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Das caliber Fachwörter-Lexikon

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Absehen
Bezeichnung für die Visiermarken in Zielfernrohren. Aus Draht gefertigt oder auf einer Glasplatte (Strichplatte) in einer der Ebenen des optischen Systems angebracht. Neben den vielen bekannten Arten, die aus verschieden angeordneten schwarzen Elementen bestehen, werden immer mehr Zielfernrohre mit beleuchteten Absehen ausgestattet, bei denen das gesamte Absehen, oder nur einzelne Teile, zur Erhöhung des Kontrasts erleuchtet werden können. Außer der Verwendung zum Zielen, können Teile von speziellen Absehen auch zur Ermittlung der Zielentfernung oder der Treffpunktlage auf unterschiedlichen Entfernungen benutzt werden. Bei europäischen Herstellern wird das Absehen häufig so angeordnet das es sich mit der Vergrößerung bei variablen Zielfernrohren vergrößert, die Relation zwischen Absehen und Ziel also erhalten bleibt, während die meisten amerikanischen Hersteller Absehen bevorzugen, die trotz Veränderung der Vergrößerung gleich bleiben.

Abzugsstange
Mit Abzugsstange bezeichnet man das Verbindungsstück vom Abzugszüngel zum Abzugsstollen. Vor allem bei Pistolen und Langwaffen hat der Abzug keine direkte Verbindung zum eigentlichen Schloß der Waffe, so daß dieser Weg überbrückt werden muß. Bei Kipplaufwaffen liegt diese Stange fast immer im inneren und dient neben der Funktion das Schlagstück über eine Raste freizugeben, teilweise auch als Sicherungselement wenn diese durch Schieber oder weitere Klinken blockiert werden kann. Bei Double-Action-Selbstladepistolen übernimmt die Abzugsstange darüber hinaus auch das Spannen des Hammers, wenn der Abzug im Spannabzug-Modus betätigt wird. Wenn im Griffstücken nicht genügend Platz zur Unterbringung der Abzugsstange ist, kann diese auch außen am Griffstück, wie bei der Walther P 38, Vektor SP 1, Beretta 92 verlaufen.

Anfangsgeschwindigkeit
Mit Anfangsgeschwindigkeit bezeichnet man die Rasanz mit der ein Geschoß den Lauf verläßt. Dieser auch als Mündungs- oder Abgangsgeschwindigkeit bezeichnete Wert wird im europäischen Raum in Meter pro Sekunde (m/s) oder im anglistischem Bereich in feet per second (fps) angegeben. Zur Umrechnung von feet per second in Meter pro Sekunde muß der Ausgangswert mit 0, 3048 multipliziert werden. Obwohl die Anfangsgeschwindigkeit häufig als v0, also direkt an der Mündung gemessen angegeben wird ist das falsch, da die an der Mündung ausströmenden Pulvergase auch moderne Meßgeräte negativ beeinflussen und damit die Meßergebnisse verfälschen würden. Erst ab einem Abstand von zwei bis drei Metern zwischen Mündung und Meßgerät kann die exakte Anfangsgeschwindigkeit gemessen werden, womit dieser Wert dann als v2 beziehungsweise v3 bezeichnet werden muß.

Antimon
Chemisches Element (Abkürzung Sb). Das silberweiße, meist in Pulverform erhältliche spröde Metall mit einem Schmelzpunkt von 630, 5 Grad Celsius wird neben Zinn dem reinen Blei für die Geschoßherstellung beigefügt. Die dadurch erhöhte Härte und Hitzeresistenz soll die Geschosse belastbarer machen. Antimon verbessert auch die Fließfähigkeit des Bleis im Gießvorgang. Während man für Luftgewehrkugeln oder bei Bleikernen für Mantelgeschosse nur auf Antimon zurückgreift, werden Bleilegierungen für stärkere Beanspruchungen auch noch Zinn für eine zähere Konsistenz beigefügt.

Aufhaltekraft (Stopping Power)
Mit der Aufhaltekraft wird die Energieabgabe des Geschosses an das Zielmedium bezeichnet. Neben der reinen Auftreffenergie ist dieser Faktor hauptsächlich entscheidend für die Zielwirkung einer Munition. Im Gegensatz zu Vollmantelgeschossen die zwar eine hohe Durchschlagswirkung, aber nur eine geringe Energieabgabe an das Zielmedium haben, werden für die Jagd und die Verteidigung immer neue Geschoßkonstruktionen entworfen um eine möglichst hohe und kontrollierte Energieabgabe zu gewährleisten. Bei Jagdgeschossen geschieht das durch Geschoßkonstruktionen, die beim Eintritt in den Wildkörper aufpilzen und durch diese Querschnittsvergrößerung die Energie an das Zielmedium abgeben.

Auftreffenergie
Mit der Auftreffenergie bezeichnet man die Kraft mit der ein Projektil auf das Ziel auftrifft. Diese Bewegungsenergie wird im europäischen Raum in Joule (J) oder im anglistischem Bereich in foot-pound (ftlbs.) angegeben. Dieser Wert läßt sich mit der Formel: Geschoßgewicht in Kilogramm multipliziert mit der Geschoßgeschwindigkeit zum Quadrat geteilt durch 2 errechnen. Zur Umrechnung von foot-pounds in Joule muß der Ausgangswert mit 1.3558 multipliziert werden. Das Pflichtenheft der Polizei oder das Bundesjagdschutzgesetz schreibt für bestimmte Verwendungszwecke Mindestauftreffenergien vor. Für die Zielwirkung ist allerdings vor allem die Energieabgabe an das Zielmedium entscheidend, warum man dabei auch von Aufhaltekraft spricht.

Ausstoßer (engl. = Ejector)
Mechanische Vorrichtung an Waffen zur Steuerung des Hülsenauswurfs. Im Zusammenspiel mit dem Auszieher sorgt der Ausstoßer für einen sicheren Auswurf der Hülse. Bei Selbstladewaffen häufig als starr am Rahmen befestigtes Gegenlager ausgeführt, gegen den die Hülse in der Ausziehbewegung gelenkt wird. Bei Repetierbüchsen meist als gefederter Stift am Stoßboden gegenüber dem Auszieher angeordnet. In klassischen Single-Action-Revolvern mit Ladeklappe als Ausstoßerstange parallel zum Lauf angeordnet, mit dem dann die Hülsen manuell von vorne durch die Trommelbohrung ausgestoßen werden.

Auszieher (engl. = Extractor)
Angefangen von der Kipplaufbüchse- oder Flinte über Repetierbüchsen bis hin zu Selbstladewaffen und Revolvern übernimmt diese mechanische Vorrichtung die Aufgabe, die Hülse der abgefeuerten Patrone oder die nicht verschossene Munition wieder aus dem Patronenlager herauszuziehen. Bei Repetier- und Selbstladewaffen meist als gefederte Kralle am Stoßboden angeordnet, greift diese schon bei der Zuführung der Patrone aus dem Magazin in die Rille an dem Hülsenkörper und trägt so auch zu einer sicheren Zuführung bei. Bei Revolvern und Kipplaufwaffen ist der Auszieher am Rand des Patronenlagers angebracht, und liegt dort formschlüssig am Rand der Hülse an.

Backe
Auch Schaftbacke nennt man den oberen Teil des Hinterschaftes bei Langwaffen, auf denen der Schütze den Kopf abstützt bzw. anlehnt. Während die Schaftform bei Büchsen für die kontrollierte Übertragung des Rückstoßes entscheidend ist, beeinflußt sie beim schnellen Anschlag im Wurfscheibenschießen maßgeblich die Treffpunktlage.

Ballistik
Die Wissenschaft von der Bewegung geworfener oder geschossener Körper. Abgeleitet vom griechischen Wort ballein = werfen, schleudern. Die Ballistik umfaßt die Berechnungen aller chemischen und physikalischen Vorgänge beim Schuß, von der Entstehung bis zur Auswirkung. Die Ballistik ist unterteilt in Innenballistik (Zündung, Schußentwicklung, Gasdruckaufbau, Verbrennungsvorgänge), Mündungs- bzw. Übergangsballistik (Vorgänge während das Geschoß die Mündung verläßt), Außenballistik (Flugbahn des Geschosses und deren beeinflussende Faktoren) sowie die Ziel- oder Endballistik (Verhalten des Geschosses im Ziel). Während der Jäger mehr die Außenballistik nutzt, um Treffpunktlage und Energieverlust seiner Munition auf verschiedene Distanzen zu bestimmen, ist für Sportschützen und Wiederlader mehr die Innen- und Übergangsballistik interessant, wenn es darum geht, möglichst präzise Munition auszuwählen beziehungsweise selbst zu laden.

bar
Maßeinheit für Druck. Der in der Anlage 3 des Waffengesetzes festgelegte maximale Gasdruck der Munition wird beispielsweise in bar angegeben. 1 bar entspricht einem Druck von 1, 02 kp/cm2.

Basküle
Fachausdruck für den Systemkasten bei Kipplaufwaffen. Die Basküle nimmt Lauf, Verschluß und Schloßteile auf.

Beavertail
(engl. = Biberschwanz) Bei Selbstladepistolen, vor allem Typ 1911 ist dabei die je nach Ausführung unterschiedliche geschwungene Handballensicherung gemeint. Bei Langwaffenschäften gibt es seitlich ausgestellte Vorderschäfte, die ebenfalls als Biberschwanz-Vorderschaft bezeichnet werden.

Benchrest
Schießsportdisziplin, bei dem mit Langwaffen aufgelegt von Anschußtischen nicht ins Scheibenzentrum, sondern eine möglichst enge Schußgruppe geschossen wird. Gegründet 1947 in Johnston im US-Bundesstaat New York, werden in dieser Disziplin Meisterschaften von regionaler Ebene bis hin zu Weltmeisterschaften ausgetragen. Um eine möglichst hohe Präzision zu erreichen greifen Schützen dieser Disziplinen nicht nur auf handgefertigte Büchsen, sondern auch auf sehr sorgfältig handgeladene Munition in Standard- oder selbst entwickelten Kalibern, den sogenannten Wildcats, zurück.

Berdan
Oberst Berdan war Offizier während des amerikanischen Bürgerkrieg und Erfand 1865 die nach ihm benannte Berdan-Zündung für Metallpatronen, bei dem der Amboß als Gegenlager für den Schlagbolzen ein fester Teil der Zündglocke in der Hülse ist. Die Hülse weist nur zwei feine Bohrungen als Zündkanal auf und ist deshalb für Wiederlader schwieriger zu entzündern.

Bockbüchsflinte
Kipplaufgewehr mit zwei übereinander angeordneten Läufen, wobei der obere meist der Schrot- und der untere der Kugellauf ist. In der Kurzform wird die Bockbüchsflinte auch Bockbüchse genannt, was allerdings zu Verwechselungen mit einer Bockdoppelbüchse führen kann.

Bockdoppelbüchse
Kipplaufbüchse mit zwei übereinander angeordneten Kugelläufen. Diese Büchsenvariante gibt es sowohl mit identischen, als auch mit unterschiedlichen Kugelkalibern.

Bockdoppelflinte
Kipplaufflinte mit zwei übereinander angeordneten (aufgebockten) Läufen. Diese Flintenform wird bevorzugt für das Wurfscheibenschießen eingesetzt.

Bockdrilling
Kipplaufwaffe mit drei Läufen, wobei die Kombination Schrotlauf, großer Kugellauf und kleiner Kugellauf am häufigsten ist. Es gilt als hohe Schule der Büchsenmacherkunst, solche Waffen zu bauen, bei denen alle drei Läufe die gleiche Treffpunktlage haben.

Bockflinte
Abgekürzte Bezeichnung für eine Bockdoppelflinte.

Boxer
Bei dieser modernen Zündungsart ist der Amboß als Gegenlager zum Zündstift ein Teil des Zündhütchens, so daß die Hülse nur noch mit einer Zündglocke und einfachem Zündkanal ausgestattet sein muß. Diese weitverbreitete Zünderart ist besonders bei Wiederladern beliebt, da hier das abgefeuerte Zündhütchen einfach durch das zentrale Zündloch von innen ausgestoßen werden kann, was bei den Berdanzündern nicht möglich ist.

Brenneke-Flintenlaufgeschoß
Besondere, patentierte Form des Flintenlaufgeschosses der Firma Brenneke, das durch einen angeschraubten Filzboden und Stabilisierungsrillen neben einer guten Zielballistik auch eine für diesen aus Flinten verschossenen Geschoßtyp überdurchschnittliche Präzision aufweist.

Brisanz
Mit der Brisant wird die Kraft von Spreng- und Treibmitteln beschrieben. In der gängigen Wiederladeliteratur häufig als Abbrandgeschwindigkeit bezeichnet, soll eine Staffelung der Pulver in der Reihenfolge von schnell abbrennend (offensiv) zu langsam abbrennend (progressiv) eine grobe Einschätzung über den geeigneten Verwendungszweck und die Ladungsmengen geben. Neben dem Gasdruck beeinflußt die Brisanz eines Treibladungsmittels auch die Präzision, durch den unterschiedliche verlaufenden Gasdruckaufbau und den damit an das Geschoß abgegebenen Impuls.

Brünieren
Oberflächenbehandlung von Metallen als Rostschutz und/oder optische Aufwertung. Bei dem Brünieren wird keine Schicht auf das Metall aufgetragen, sondern durch verschieden zusammengesetzte Säuren, ein kontrollierter Oxydationsprozeß eingeleitet. Je nach Legierung des Metalls, der Vorbehandlung (Polieren, Sandstrahlen, Bürsten) und nach der Zusammensetzung des Brünier-Lösung entstehen dabei Schwarz- oder Braun- oder Blautöne. Neben dem weitverbreiteten Tauchbrünieren, bei dem die Werkstücke in das heiße Brünierbad getaucht werden, gibt es noch das Streich- oder Kaltbrünieren.

Büchsdrilling
Die seltene Art eines Jagdgewehrs mit drei Kugelläufen. Früher als Sonderanfertigung von Firmen wie Krieghoff angeboten, heute fast ausnahmslos als Einzelanfertigung von Büchsenmachern anzutreffen. Herauszuheben ist beispielsweise der Waagerecht-Kugeldrilling des Ferlacher Traditions-Betriebes Karl Hauptmann, bei dem die Läufe nebeneinander angeordnet sind.

Büchsflinte
Kipplaufwaffe, bei dem je ein Kugel- und ein Flintenlauf nebeneinander angeordnet sind. Diese Art der kombinierten Waffe ist weitgehend aus der Mode gekommen und weitgehend von der Bockbüchsflinte abgelöst worden.

Button-Rifling
Verfahren zur Laufherstellung, bei dem ein Hartmetallkern mit dem negativem Laufprofil durch den unterkalibergroß gebohrten Laufrohling gezogen wird. Dabei werden die Züge und Felder in den Lauf eingebracht und das Metallgefüge gleichzeitig verdichtet. Dieses Verfahren wird wegen der geringeren Rauhtiefe des Innenprofils den spanabhebenden Herstellungsverfahren vorgezogen.

Choke-Bohrung
Mit Choke- oder auch Würgebohrung bezeichnet man die Mündungs-Verengung an glatten Schrotläufen. Mit dem Maß dieser Verengung, das von 0, 1 bis 1, 0 Millimeter variiert, verändert sich die Verteilung der Schrotgarbe. Für das Skeet-Schießen, bei dem auf relativ kurze Entfernungen geschossen wird, verwendet man ein Choke, das die Garbe weit aber gleichmäßig auseinanderzieht, während man beim Trap-Schießen oder zur Jagd auf hochfliegendes Federwild Chokes wählt, die die Garbe möglichst lange zusammenhalten. Neben Läufen mit fest eingebrachten Choke-Bohrungen findet man immer häufiger Flinten mit Wechselchokes, bei dem der eigentliche Choke Einsatz als Hülse mit Außengewinde in den Lauf eingeschraubt wird und dadurch variabel austauschbar ist.

CIP
Die CIP (Abkürzung für Commission Internationale Permanente pour l‘épreuve des armes à feu portatives) ist die ständige internationale Kommission für die Prüfung von Handfeuerwaffen, die am 15. Juli 1914 gegründet wurde um die Prüfverfahren für Handfeuerwaffen zu entwickeln, überwachen und vor allem zu vereinheitlichen. Die Mitgliedsstaaten der CIP, zu den neben einigen europäischen Ländern beispielsweise auch Chile gehört, benutzen die gleichen Prüfmethoden und erkennen gegenseitig die in anderen Mitgliedsstaaten vergebenen Beschußzeichen an. Die CIP führt auch ein Verzeichnis über sämtliche Munitionssorten, in dem die Maße und Gasdrücke sowie die Toleranzen der dazugehörigen Patronenlager vorgeschrieben sind. Die technischen Bestimmungen und Maße der Anlage III des Waffengesetzes richten sich nach den Vorgaben der CIP.

Cook-off
Bei schnellen Schußfolgen in Kombination mit hoher Schußbelastung, kann sich ein Patronenlager so stark erhitzen, daß die nächste zugeführte Patrone durch die Hitze gezündet wird. Diese extrem hohen Temperaturen können aber praktisch nur in vollautomatischen Waffen auftreten. Das Problem des Cook-off war in jüngerer Vergangenheit vor allem immer wieder ein Stolperstein bei der Entwicklung hülsenloser Munition.

Cordite
Nitroglyzerin-Pulver in Form von bis zu 10 cm langen Stäbchen, das hauptsächlich in den englischen Großwildpatronen um 1900 Anwendung fand. Der cordit-spezifische Gasdruckaufbau mit steilem Druckanstieg im Patronenlager und geringem Mündungsgasdruck erlaubte den Bau von Großwild-Doppelbüchsen mit zum Teil extrem dünnwandigen Laufmündungen. Für die darauffolgenden Nitrozellulose-Pulver mit gleichmäßigerer Gasdruckverteilung mußten dann wieder größere Laufwandstärken an der Mündung verwendet werden.

Damaststahl
Bei der Herstellung von Damast- oder auch Mehrlagenstahl werden mehrere Lagen der selben oder verschiedener Stahlarten zusammengeschmiedet. Je nach dem, wie und wie oft das Schmiedestück dabei zusammengelegt wird, entstehen verschiedene Gefüge, deren Muster nach dem Brünieren oder Beizen an der Oberfläche sichtbar werden. Durch diese aufwendige Verbindung verschiedener Materialien entstehen hochwertige Metalle, die verschiedene gute Eigenschaften von Stahl miteinander verbinden. Mit diesem Verfahren wurden um 1900 auch Büchsen- und vor allem Flintenläufe hergestellt. Heute findet Damaststahl vor allem bei der Herstellung hochwertiger Klingen für handgefertigte Messer Verwendung. Caspian, der Hersteller von Pistolenteilen bietet beispielsweise Verschlüsse und Griffstücke von 1911er-Pistolen an, die aus einem Damast-Stahl-Rohling herausgefräst werden.

Derringer
Kurzläufige Kipplaufpistole, die vom gleichnamigen Büchsenmacher im vorigen Jahrhundert entwickelt wurde. Die extrem kompakten Waffen waren meistens mit zwei übereinanderliegenden Läufen ausgestattet und wegen ihres günstigen Preises und der leicht zu verbergenden Größe besonders bei Damen oder als Zweitwaffe beliebt. Derringer waren sowohl als Vorderlader als auch für Metallpatronen ausgelegt. Weitere Varianten sind einläufige (Terzerol) oder vierläufige Modelle wie der Sharps-Derringer. Diese einfache und wirkungsvolle Bauweise hat immer wieder Waffenhersteller bis in die heutige Zeit angeregt, so daß es zwischenzeitlich beispielsweise einen vierläufigen Cop-Derringer im Kaliber .357 Magnum mit automatischer Abzugsumschaltung im Kaliber .357 Magnum gab. Die Firma American Derringer fertigt diesen Waffentyp bis heute, wozu Kuriositäten wie Modelle mit 6“-Lauf oder Ausführungen im Kaliber .45-70 gehören.

Diabolo
Spezielle Geschoßform, die besonders bei Luftdruckwaffen Verwendung findet, da die Geschosse durch die starke Einschnürung im Mittelteil einen, für die niedrigen Geschwindigkeiten vorteilhaften, nach vorne verlagerten Schwerpunkt haben. Weiterer Vorteil dieses in unzähligen Varianten gefertigten Geschoßtyps ist der Hohlboden, der das Geschoß gut im Lauf abdichtet und sich hervorragend dem Laufprofil anpaßt.

Diopter
Diopter ist die ursprünglich aus Österreich stammende Bezeichnung für ein Loch- oder Ringvisier. Früher wurde die dem Auge zugewandte Platte mit der Bohrung zusätzlich zu Kimme und Korn verwendet, um den Kontrast der Visiermittel zu erhöhen und Zielfehler zu minimieren, wodurch auch der Name Strahlenbrecher zustande kam. Nach und nach stellte man fest, daß durch die Verwendung der Diopter-Lochscheibe die zusätzliche konventionelle Kimme, als mittleres drittes Visiermittel überflüssig war. Heute finden Diopter vor allem bei Matchgewehren zum Scheibenschießen in Verbindung mit einem ebenfalls rundem Ringkorn Verwendung, die für das menschliche Auge leicht um die runde Zielscheibe zu zentrieren sind. Aber auch Polizei- und Militärwaffen wie beispielsweise das Sturmgewehr Heckler & Koch G3 oder die Maschinenpistole MP 5 sind mit diopterähnlichen Trommelvisieren ausgestattet.

Doppelbüchsdrilling
Dreiläufiges Gewehr mit zwei Kugelläufen und einem Schrotlauf. Findet bei Jagden Verwendung, bei denen zwar der Kugelschuß bevorzugt wird, der Jäger aber nicht auf den Schrotschuß verzichten will.

Doppelbüchse
Auch Doppelkugelstutzen genannt. Bei diesem Gewehr sind die beiden Kugelläufe nebeneinander angeordnet und so ausgerichtet, das diese auf eine bestimmte Entfernung die gleiche Treffpunktlage haben. Dieser Waffentyp ist bei Großwild- oder Drückjagden sehr beliebt, da der zweite Schuß unmittelbar nach dem ersten über ein zweites Abzugszüngel oder durch einen im Rückstoß betätigten internen Abzugsumschalter abgegeben werden kann. Doppelbüchsen mit gut zusammenschießenden Läufen zu bauen, gilt als anspruchsvoll, da sich der zuerst abgefeuerte Lauf ausdehnt, und so seine Lage gegenüber dem daran befestigten zweiten Lauf verändert.

Doppelflinte
Als Doppelflinten werden Gewehre mit zwei Schrotläufen bezeichnet. Sind die Läufe übereinander angeordnet, wird diese Waffenart auch als Bockdoppelflinte bezeichnet, während Flinten mit nebeneinander liegenden Läufen auch Querflinte genannt werden. Querflinten waren zur Zeit der Jahrhundertwende als Jagd- und Sportwaffe dominierend, konnten sich aber aufgrund der hohen Fertigungskosten nicht durchsetzen. Mittlerweile dominieren Bockdoppelflinten sowohl die Jagd- als auch die Sportschützen-Szene weltweit. Die Querflinten feiern dagegen in den aufstrebenden Western-Disziplinen als historisch korrekte Flintenform ihr Comeback.

Doppelgeschoß-Patrone
Patronen mit zwei oder mehreren Geschossen werden auch als Duplex- oder Multiball-Patronen bezeichnet. Sie gelten als kurioses Forschungsergebnis zur Entwicklung effizienterer Militärmunition, bei der das vordere der zwei im Vergleich zur Originalpatrone leichteren Geschosse, in etwa die gleiche Präzision wie die konventionelle Patrone erreichen soll, während das zweite sich im Flug vom ersten Geschoß trennende, durch eine abweichende Treffpunktlage eine höhere Trefferwahrscheinlichkeit erreichen soll. Aufgrund der veränderten Anforderungen an militärische Handfeuerwaffen sind diese Entwicklungen aber vorerst verworfen worden. Für Revolver stellt Remington Multi-Ball-Patronen im Kaliber .38 Special und .357 Magnum her, wobei die beiden 70 Grains schweren 9 mm Bleirundkugeln der Laborierung auf der zugedachten Einsatzentfernung von maximal 15 Metern etwa 10-15 cm Streukreise produzieren.

Doppelladung
Als Doppelladung bezeichnet man Patronen, bei denen versehentlich die doppelte Menge Treibladungsmittel gefüllt wurde. Besonders bei reduzierten Ladungen in großvolumigen Hülsen ist nicht auf den ersten Blick zu sehen, ob sich eine doppelte Charge in der Hülse befindet. Da für diese reduzierten Laborierungen häufig schnell abbrennende Pulver verwendet werden, führt deren schnell ansteigender Gasdruck bei Doppelladungen häufig zur Waffensprengung. Modernde Mehrstationenpressen minimieren das Risiko einer Doppelladung, indem sie den Teller mit den Hülsen nach jedem Füll-Vorgang automatisch eine Station weiter drehen.

Doppeln
Doppeln nennt man die ungewollte Schußauslösung als Folge einer gewollten Schußauslösung bei mehrschüssigen Waffen. Während das Doppeln bei mehrläufigen Gewehren meist die Folge von Beschädigungen an den Schloßteilen ist, liegt die Ursache beim Doppeln von Selbstladewaffen häufig an mangelnder Federkraft auf Abzug, Hammer oder Unterbrecher. Vor allem bei einer Verringerung des Abzugswiderstandes durch das Schwächen der Vorspannung der Schloßteile, oder das Reduzieren der Eingrifftiefe zwischen Hammer- und Abzugsklinken-Rast, können die beim Schuß entstehenden Erschütterungen ausreichen, um den Hammer ohne erneute Abzugsbetätigung aus der Rast zu lösen.

Double Action
Englischer Ausdruck für Spannabzug. Bei der Abzugsbetätigung im Double-Action oder Spannabzugs-Modus wird nicht nur der unter Federdruck stehende Hammer über eine Rast zur Schußauslösung freigegeben, sondern die Waffe wird unmittelbar vor der Schußauslösung über die Abzugsbewegung auch noch gespannt. Neben Revolvern, bei denen der Schütze zwischen dem Spannabzug oder einer Schußauslösung mit manuell vorgespanntem Hahn (Single Action) wählen kann, hat sich dieses Abzugssystem auch bei Selbstladepistolen bewährt, die es ebenfalls mit selektivem Single/Double-Action-System oder als Double-Action-Only-Ausführung gibt, bei der der Hammer nach dem Schuß nicht vorgespannt bleibt, und jeder Schuß über den Spannabzug ausgelöst werden muß.

Doublette, Dublette
Bezeichnung für zwei schnell hintereinander abgegebene Schüsse. Während beim Skeet oder Doppel-Trap-Wurfscheibensport damit die Schüsse auf zwei Ziele gemeint sind, werden beim IPSC-Schießen die zwei hintereinander abgefeuerten Schüsse auf ein Ziel als Doublette oder Double-Tap bezeichnet. Früher wurden ähnliche Schießtechniken zur Verteidigung propagiert, was sich aber nach neuesten Studien als nicht wirkungssteigernd, sehr trainingsintensiv und deshalb nicht praxistauglich herausgestellt hat.

Drall
Die Erfindung des Dralls schreibt man dem Nürnberger Büchsenmacher August Kutter um das Jahr 1500 zu. Drall nennt man die gewindeartige Form des Laufprofils. Das Laufprofil versetzt durch seine Form das Geschoß in eine Rotation um die Längsachse, wodurch eine stabile Flugbahn überhaupt erst möglich wird. Man unterscheidet zwischen Feld-Zug- und Polygonläufen. Während die Drallaufnahme des Geschosses beim Feld-Zug-Lauf durch die erhabenen, scharfkantigen Felder erreicht wird, die in das Geschoß einschneiden, wird das Geschoß durch die ineinander übergehenden Kreissegmente des Polygonprofils verformt und so in Rotation versetzt.

Drallänge
Die Drallänge wird in Millimetern oder in Zoll/Inch angegeben und beschreibt, nach welcher Länge der Drall im Laufprofil eine vollständige Umdrehung erreicht hat. Die Drallänge muß auf die Länge, Gewicht und Geschwindigkeit des Geschosses abgestimmt sein, um dieses richtig zu stabilisieren. Je schwerer ein Geschoß ist, desto kürzer muß die Drallänge sein, damit das Geschoß stärker in Rotation versetzt wird, als leichtere Projektile des gleichen Durchmessers. Wird das Geschoß nicht richtig stabilisiert und taumelt dadurch leicht im Flug, kann es zu Diagonalstreuung, schräg oder sogar quer einschlagenden Geschossen kommen. Geschosse mit weicher Ummantelung (z.B. Kupfer- oder Kunststoffbeschichtet) oder aus weichem Vollmaterial (z.B. Preßblei) bevorzugen einen langen Drall, weil hier beim Eintritt in das Laufprofil nicht so hohe Schwerkräfte auftreten. Paßt das Geschoß vom Diameter nicht zum Lauf oder schafft es das Laufprofil nicht, das Geschoß in Rotation zu versetzen, wird dieses nicht gleichmäßig oder unzureichend stabilisiert, was zu schlechter Präzision und bei Bleigeschossen zur Verbleiung des Laufprofils kommen kann. Als Umgehung dieser Probleme wurden schon früh Läufe mit progressivem Drall entwickelt, die am Anfang das Geschoß ohne Rotation mit dem Laufprofil aufnehmen und erst danach in langsam bis zur Mündung ansteigernder Umdrehung den gewünschten Drall auf das Geschoß übertragen. Lange Zeit waren Läufe mit progressiven Drall wegen des relativ aufwendigen Herstellungsverfahren vom Markt verschwunden und wurden erstmals 1999 als AET-Läufe bezeichnet vom Pistolenproduzenten Strayer Voigt wieder in Serienwaffen eingebaut.

Drehling
Veralteter Begriff für Revolver oder Revolvergewehre.

Drilling
Als Drilling bezeichnet man Jagdgewehre mit Kipplaufverschluß und drei Läufen. Während beim Drilling häufig oben zwei parallele Schrotläufe und mittig darunter ein Kugellauf angeordnet sind, gibt es auch Drillinge mit anderen Lauf-Anordnungen. Beim Doppelbüchsdrilling liegen oben parallel zwei kalibergleiche Kugelläufe über einem mittig angeordneten Schrotlauf. Beim Bockdrilling liegt ein Schrotlauf direkt über einem großkalibrigen Kugellauf und ein dritter kleinkalibriger Kugellauf ist in Schußrichtung rechts zwischen den beiden anderen Läufen angebracht.. Die vierte Drilling-Art, der sogenannte Waldläuferdrilling zeichnet sich mit zwei unten angeordneten Schrotläufen und einem mittig darüber plaziertem Kugellauf und dadurch geringer Bauhöhe aus. Noch weniger verbreitet sind Bockdrillinge mit drei übereinanderliegenden Läufen, Doppelbüchsdrillinge mit Schrot und Kugellauf parallel über einem mittig darunter angeordneten zweiten Kugellauf. Schrotdrillinge mit drei glatten Läufen oder der Waagerecht-Kugeldrilling mit drei parallel angeordneten Kugelläufen sind Exoten unter den hochwertigen Jagdwaffen. Drillinge oder kombinierte Waffen, wie man mehrläufige Kipplaufbüchsen auch nennt, sind vor allem in Europa beliebt, während auf den anderen Kontinenten Repetierbüchsen die Jagdszene dominieren. Üblicherweise wird beim konventionellen Drilling in einem der beiden obenliegenden Schrotläufe ein kleinkalibriger Einstecklauf benutzt, so daß dem Jäger drei verschiedene Kaliber für jede erdenkliche Jagdsituation zur Verfügung stehen. Drillinge gelten auch in der Büchsenmacherkunst als schwierig zu fertigen, da aufwendige Schloßsteuerung auf kleinstem Raum, und ein Montieren der Läufe mit annähernd gleicher Treffpunktlage zum verwendeten Zielmittel erforderlich sind.

Drücken von Läufen
Neben dem Hämmern von Läufen, bei dem ein gehontes glattes Rohr um ein negatives Laufprofil gehämmert wird, ist das Drücken oder Knopfziehen (Button-Rifling) der Läufe eine zweite Art der Kaltverformung zum Einbringen des Laufprofils in den Lauf. Diese beiden Methoden erzeugen eine glattere Oberfläche im Laufinnern als das traditionelle spanabhebende Ziehen. Beim Drücken wird ein kalibergroßer Profilkörper aus Hartmetall durch ein unterkalibergroß gebohrtes Rohr gezogen, um so die Züge und Felder oder ein Polygonprofil einzubringen.

Druckpunktabzug
Abzugsart, die besonders beim sportlichen Schießen beliebt ist, da der Schütze im ersten Teil des Abzugsweges schon den größten Teil der Auslösekraft überwindet und danach zu einem Druckpunkt im Abzugsweg gelangt, nach dem er dann nur noch einen geringen Teil der Auslösekraft aufbringen muß, um den Schuß auszulösen. Der Druckpunkt soll die im sportlichen Schießen propagierte, „unbewußte Schußabgabe“ erleichtern.

Dum-Dum Geschoß
Der Namen Dum-Dum stammt von der indischen Munitionsfabrik Dumdum bei Kalkutta und wurde von englischen Truppen in Kolonialkrieg für Mantelgeschosse verwendet, deren an der Spitze freigelegter Bleikern beim Auftreffen im Ziel den Mantel zersplittern und den darunter liegenden Bleikern aufpilzen ließ, was zu stärkeren Verwundungen als mit konventionellen Vollmantelgeschossen führte. Nach der Kriegskonvention von 1868 sind für den militärischen Einsatz aber nur noch Vollmantelgeschosse erlaubt. Bei Jagdgeschossen ist dagegen eine kontrollierte Aufpilzung der Geschosse zur schnellen Energieabgabe an das Wild und damit zum waidgerechten Jagen absolut notwendig.

Dural
Dural ist eine in Deutschland entwickelte, hochfeste Aluminiumlegierung, die auch Duralumin genannt wird. Vorteil dieser Legierung ist neben der geringen Dichte von 2, 8 (zum Vergleich Eisen = 7, 8), die durch ein Vergütungsverfahren erreichte hohe Zugfestigkeit von 40-60 kg/mm2 (zum Vergleich Eisen 34-40 kg/mm2). Diese Eigenschaften werden erreicht, in dem 94%igem Aluminium Zusätze wie Kupfer, Mangan, Magnesium, Silizium und Zink beigemischt werden. Dural findet wegen seines geringen Gewichts in Verbindung mit relativ einfachen Bearbeitungsmöglichkeiten und der hohen Zugfestigkeit im Flugzeugbau aber auch in der Waffenherstellung bei Griffstücken, Montagen, Zielfernrohr- und Verschlußgehäusen Anwendung. Die geringere Oberflächenhärte des Grundmaterials wird durch ein sogenanntes Eloxal-Verfahren, ähnlich der Einsatzhärtung, bei Stahl, nachgehärtet.

Einstechen
Einstechen nennt man das Spannen des Schlosses bei Stecherabzügen. Durch das Einstechen des Schlosses reduziert sich das Abzugsgewicht von üblichen 1.500 auf wenige Gramm. Das Einstechen des Schlosses geschieht beim Deutschen Stecher durch das Betätigen des hinteren von zwei Züngeln, während beim Französischen oder Rückstecher durch Vordrücken des einzigen Abzugszüngels eingestochen wird. Stecher sind vor allem bei Jagdwaffen beliebt, da durch das geringe Abzugsgewicht die Trefferwahrscheinlichkeit erhöht wird.

Ejektor
Der Ejektor (Englisch: to eject = auswerfen), auch Auswerfer genannt, ist der Teil an der Waffe, der die Hülse oder die Patrone wieder aus dem Patronenlager befördert. Der Ejektor, bei Selbstladewaffen auch Auswerfer genannt, ist meistens ein feststehendes Teil, gegen den der mit dem Verschluß zurückgleitende Auszieher die Hülse zieht, damit diese dann aus dem Auswurffenster geworfen wird. Bei Kipplaufwaffen ist der Auszieher in den meisten Fällen am abkippenden Lauf angeordnet und zieht die Hülse während des Abkippens entweder soweit heraus, daß diese mit den Fingern ergriffen werden kann, oder er wirft die Hülsen komplett aus der Waffe.

Entlastungsrillen
Als Entlastungsrillen werden Längsrillen im Patronenlager bezeichnet. In diesen Rillen wird ein geringer Teil des im Schußvorgang entstehenden Gases als dünnes Gaspolster rund um die Patrone in das Patronenlager geleitet, um der Liderung der Hülse entgegenzuwirken, und so den Ausziehwiderstand zu reduzieren. Dieser technische Kunstgriff wird zum Beispiel bei dem Heckler & Koch Selbstladegewehr G 3 in .308 Winchester, der Automag II-Pistole in .22 Magnum oder den AET-Läufen des amerikanischen Edelpistolenherstellers Strayer Voigt verwendet.

Erosion
Erosion nennt man die Ausbrennerscheinungen in Läufen oder unter der Rahmenbrücke von Revolvern. Diese Materialabtragungen werden durch die mit hohem Druck, Temperatur und Strömungsgeschwindigkeit auftretenden Pulvergase verursacht. Besonders Magnum-Patronen mit großen Mengen zweibasiger Kugelpulver wie PCL 512 (früher Rottweil .30 Carbine) oder das Hodgdon H 110 haben den Ruf starke Erosionen zu verursachen.

Exerzierpatrone
Als Exerzierpatronen oder Dummies bezeichnet man Munition ohne Zündsatz und Pulver, die zum Üben von Lade- und Entladevorgängen an Waffen benutzt werden. Auch Büchsenmacher verwenden solche, durch in die Hülse eingebrachte Rillen oder Bohrungen deutlich als solche erkennbar gemachte Patronen, um Zuführ- und/oder Auswurffunktion an Waffen ohne den scharfen Schuß zu überprüfen. Exerzierpatronen können sowohl aus Vollmaterial gedreht oder gegossen, als auch aus Originalkomponenten zusammengesetzt sein. Wichtig ist dabei, daß zum einen die Geschoßform und die Patronenlänge dem der Originalpatrone entspricht, und zum anderen, daß das Geschoß beim wiederholten Repetiervorgang nicht in die Hülse gedrückt werden kann. Auch Pufferpatronen können als Exerzierpatrone dienen, wenn sie in der Form der geladenen Patrone entsprechen.

Felddurchmesser
Bei der Angabe des Laufinnendurchmessers unterscheidet man zwischen dem Feld- und dem Zugdurchmesser. Während im militärischen Bereich meistens vom Felddurchmesser, also dem Abstand zwischen den erhabenen Stellen des Laufprofils gesprochen wird, wird im zivilen Bereich der Zugdurchmesser, also der Abstand zwischen den zurückliegenden Laufpartien gesprochen. So kommt es beispielsweise zu der militärischen Bezeichnung der .308 Winchester mit 7, 62 x 51, obwohl der Zugdurchmesser als auch der Geschoßdurchmesser eigentlich 7, 82 mm, also .308“ beträgt. Aus technischer Sicht ist allerdings nur der effektive Laufquerschnitt entscheidend.

Felder
Felder werden die aus dem Laufprofil herausragenden Teile genannt, die zusammen mit den zurückliegenden Partien, den Zügen, das Laufprofil bei konventionellen Läufen ergeben. Das Laufinnenprofil kann durch verschiedene Methoden wie Hämmern, Ziehen oder im elektrochemischen Erodierverfahren in den glatten Laufrohling eingebracht werden. Die Felder beschreiben einen gedrehten Verlauf, den sogenannten Drall, und drücken oder schneiden sich im Schußvorgang in das Geschoß ein, um es so in die zur Flugstabilität notwendige Rotation zu versetzen. Die Züge sind bei diesem Vorgang hauptsächlich dazu da, das sich das vom Geschoß verdrängte Material darin ausdehnen kann. Für weichere Geschosse empfehlen sich höhere Felder mit scharf abgegrenzten Feldkanten, weil diese sonst beim Übergang vom Patronenlager in den gezogenen Laufteil dazu neigen, über zu flache Felder hinwegzurutschen, sich dabei zu deformieren, und durch diese ungleichmäßige Drallaufnahme eine schlechtere Präzision zu liefern.

Flechette-Geschoß
Flechette-Geschosse sind zur Erhöhung der Durchschlagskraft entwickelte Projektile, deren pfeilförmiger, stark unterkalibrierter Körper in Treibspiegeln geführt wird, um sie aus konventionellen Waffen mit gedralltem Laufprofil verschießen zu können. Diese Konstruktion soll zum einen die Tatsache nutzen, daß pfeilstabilisierte Geschosse gegenüber drallstabilisierten Geschossen nicht dazu neigen, sich beim Aufprall auf Hartziele durch ihre Rotation querzustellen und dadurch eine geringere Durchschlagsleistung zu erzielen. Zum anderen kann man pfeilstabilisierte Geschosse auf wesentlich höhere Geschwindigkeiten beschleunigen, denn während die obere Geschwindigkeitsgrenze bei drallstabilisierten Geschossen schon bei etwa 1.600 Meter pro Sekunde erreicht ist, können pfeilstabilisierte Projektile auf bis zu 2.650 Metern pro Sekunde beschleunigt werden.

Flimmern
Erhitzt sich ein Lauf bei größeren Schußserien stark, so entstehen durch die aufsteigende Wärme optische Verzerrungen in der Visierlinie. Die Hitzeschlieren können so stark sein, daß man das Ziel nicht mehr verzerrungsfrei sehen kann. Das Problem verstärkt sich bei Zieloptiken mit starker Vergrößerung. Während man bei Waffen mit offener Visierung diesem nur gering beeinträchtigenden Problem durch eine ventilierte Laufschiene entgegentreten kann, verwendet man bei Langwaffen mit Zielfernrohren sogenannte Flimmerbänder, die von der Laufmündung bis unter das Objektiv gespannt werden, und so die aufsteigende Wärme seitlich an der Visierlinie vorbeilenken.

Flintenabzug
Als Flintenabzug bezeichnet man ein Abzugssystem, bei dem im Gegensatz zum
Stecher oder Druckpunktabzug von vorne herein der gesamte, zum Auslösen des Schusses notwendige Widerstand überwunden werden muß. Dieses sehr direkte Abzugssystem ohne jeglichen Vorweg oder weitere Bedienschritte, hat besonders für die Drückjagd und für das statische Präzisionsschießen Vorteile. Flintenabzüge werden besonders häufig bei Repetierbüchsen eingesetzt. Wer dennoch nicht auf die Option eines eingestochenen, sprich sehr leichten Abzugs verzichten will, kann auf einen kombinierten Flintenabzug mit Rückstecher zurückgreifen, mit dem der Schuß wahlweise direkt oder durch Nach-Vorne-Drücken des Züngels eingestochen abgegeben werden kann.

Flintenlaufgeschosse
Flintenlaufgeschosse (englisch = Slug) nennt man in Schrotpatronen verladene Einzelgeschosse zum Verschießen aus Flinten. Diese für Jagd und Schießsport gefertigten Patronen werden sowohl aus glatten Läufen, als auch aus speziellen gezogenen Flintenläufen verschossen. Um die anfangs bescheidene Präzision zu verbessern, wurden zum Teil abenteuerliche Konstruktionen verwendet, von denen sich bis heute nur der angesetzte Kunststoff- oder Filzboden sowie der Kunststofftreibspiegel durchgesetzt haben. Letzterer dient weniger zur Steigerung der Präzision als zur Erhöhung der Geschoßgeschwindigkeit. Die Flintenlaufgeschosse mit ihrer beachtlichen Energie werden in Deutschland hauptsächlich zur Jagd auf Schwarzwild eingesetzt. Für die Schießsportdisziplin Praktische Flinte werden zum Beschießen von Papierscheiben beispielsweise ausschließlich Flintenlaufgeschosse verwendet, die vorzugsweise in rückstoßreduzierten Laborierungen angeboten werden.

Frangible
Frangible (= zerbrechliche) Geschosse sind aus einer Kunststoff-Messing-Legierung hergestellt und sollen beim Auftreffen auf Hartzielen in staubfeine Partikel zerplatzen, statt Querschläger zu produzieren oder das Hartziel zu durchschlagen. Da die Projektile durch die geringere Dichte des Materials bei gleicher Größe wie konventionelle Blei- oder Bleikerngeschosse ca. 30% leichter sind, ist die Geschoßgeschwindigkeit bei Munition mit Frangible-Geschossen so erhöht, daß die Selbstladefunktion von Pistolen ohne Veränderung an der Waffe gewährleistet bleibt. Durch die so erreichte höhere Energie, die durch das leichte Geschoßgewicht verbesserte Energieabgabe in Weichzielen, sowie die geringere Querschläger- und Hinterland-Gefährdung, ist Frangible-Munition auch für Verteidigungszwecke nicht ungeeignet. Obwohl das Frangible-Geschoßmaterial als laufschonend gilt, umkleiden einige Hersteller den Kern nach wie vor mit einem Tombakmantel, wobei die gewünschte Zerlegung auf Hartzielen dadurch verringert wird.

Freiflug
Als Freiflug bezeichnet man den Teil des Geschoßwegs, bei dem das Projektil schon vollständig die Hülse verlassen hat, und noch nicht im gezogenen Laufteil geführt wird. Der Freiflug wird häufig mit dem rotationslosen Geschoßweg verwechselt, der allerdings nur den durch den Hülsenhals geführten Weg des Geschosses in den Lauf beschreibt. Während bei Pistolen und Gewehren nur bei Waffen mit extrem langem Übergang vom Patronenlager in den gezogenen Laufteil, in Verbindung mit kurzen Geschossen ein Freiflug auftreten kann, läßt sich dieser, vom Einfluß auf die Präzision oft überbewertete Vorgang, in Revolvern kaum vermeiden. Damit die Geschosse dennoch beim Revolver möglichst unbeschadet von der Hülse in den Lauf gelangen, ist es wichtig, daß der zylindrische Teil in der Trommel hinter dem Patronenlager möglichst exakt dem Durchmesser des Geschosses gleicht. Der Laufeingang, bei Revolvern auch Übergangskegel genannt, ist deshalb mit flachem Winkel trichterförmig ausgeformt, um die Geschosse verkantungsfrei in den Lauf zu führen.

Futterläufe
Wird in einen ausgeschossenen oder intakten großkalibrigen Lauf ein kleinkalibriger Lauf eingelötet oder anderweitig dauerhaft eingesetzt, so spricht man von einem Futterlauf. Diese Maßnahme kann sowohl als Kaliber-Umbau als auch als Reparatur-Maßnahme für ausgeschossene Läufe eingesetzt werden. Nach dem Deutschen Beschußgesetz sind nur noch Futterläufe für Randfeuerpatronen zulässig.

Gallery-Büchsen
Passend zu den Gallery-Patronen brachte unter anderem Winchester um die Jahrhundertwende Gewehre mit verkleinertem Zylinderverschluß, die sogenannten Gallery-Büchsen heraus.

Gallery-Loads
Auch für das Übungsschießen auf Nahdistanzen mit Großkaliberwaffen außerhalb von Schießständen entwickelte man spezielle Handladungen, bei dem eine kalibergroße Blei-Rundkugel bis auf den Boden einer Hülse gesetzt wurde und entweder nur mit einem starken Zünder oder einer sehr geringen Menge Treibladungsmittel aus dem Lauf getrieben wurde.

Gallery-Patronen
Speziell für den Gebrauch in Schießbuden wurden um 1900 die sogenannten Gallery-Patronen entwickelt, deren Geschosse aus einer speziellen Legierung (ähnlich Frangible) auf den Blech-Zielen zerplatzten. Als Basis-Kaliber dienten meist die kleinen Randfeuerpatronen deren Energie- und Lärmentwicklung für die Verwendung auf Jahrmärkten und Innenschießständen unbedenklich war.

Galvanisierte Geschosse
Früher hauptsächlich bei Geschossen von Kleinkaliberpatronen eingesetzt, soll die Galvanisierung der weichen Preßbleigeschosse den Abrieb des Geschoßmaterials im Lauf reduzieren. Das elektrolytische Aufbringen einer dünnen Kupferschicht auf das Bleiprojektil wird vor allem bei sogenannten HV (für High Velocity = hohe Geschoß-Geschwindigkeit)-Patronen eingesetzt. Heutzutage verwendet man dieses Beschichtungsverfahren auch für Großkaliber-Kurz- und -Langwaffengeschosse. Da die Schießstandordnung galvanisierte Geschosse mit konventionellen Bleigeschossen gleichstellt, sind demnach auch Geschoßtypen wie die TMJ-Geschosse von Speer oder die High Speed-Geschosse von Haendler & Natermann auf nur für Blei-Projektile abgenommenen Schießständen zugelassen.

Ganzschaft
Als Ganzschaft wird die Schaftform bezeichnet, deren Vorderschaft den gesamten Lauf bis zur Mündung entweder im unteren Bereich oder völlig umschließt. Hauptsächlich bei einläufigen Büchsen verwendet, dient diese Schaftform mehr der optischen Aufwertung, als zum Schutz des Laufes. Für die Bezeichnung Ganzschaft ist es unerheblich ob der vordere, bis an die Mündung reichende Schaftteil aus einem Stück mit dem Hinterschaft, oder mehrteilig gefertigt ist. Neben der üblicherweise zweiteiligen Ausführung mit getrenntem Vorder- und Hinterschaft, wird bei Kipplaufwaffen häufig der Vorderschaft nochmals geteilt, wobei der vordere Teil dabei am Lauf fest verschraubt ist, während der hintere Teil durch die Befestigung mittels des sogenannten Schnäpper-Mechanismus ohne Werkzeug abnehmbar ist. Diese Befestigungsmethode ist für die Demontage der Kipplaufwaffe notwendig. Im englischsprachigen Raum werden Büchsen mit Ganzschaft häufig auch „Stutzen“ oder „Mannlicher“ genannt.

Garbe
Garbe nennt man alle Kugeln eines Schrotschusses, weshalb auch von der Schrotgarbe gesprochen wird. Fälschlicherweise wird in der Umgangssprache häufig auch eine Salve aus vollautomatischen Waffen als Garbe bezeichnet.

Garnitur
Als Garnitur beziehungsweise Gewehrgarnitur bezeichnet als Fachausdruck der Büchsenmacherkunst den Abzugsbügel, die Kolbenkappe, den Riemenbügel und das Pistolengriffkäppchen bei Langwaffen. Der Ausdruck Garnieren beschreibt dagegen das Zusammenlöten der Läufe und deren Verbindungsteile bei mehrläufigen Langwaffen.

Gas Check
Gas Check ist die englische Bezeichnung für ein Tombaknäpfchen, das am Geschoßboden angebracht wird, um diesen gegen ein Abschmelzen durch heiße Pulvergase im Schuß zu schützen. Diese Schutzmaßnahme ist vor allem bei starken Kurzwaffen-Laborierungen in Verbindung mit großen Mengen heiß abbrennender zweibasiger Treibladungsmittel, sowie bei fast allen Bleigeschossen für Langwaffen üblich. Der Gas Check schützt nicht nur den Geschoßboden vor präzisionsschädigenden Deformationen durch die heißen Pulvergase, sondern verhindert darüber hinaus fast vollständig eine Bleiablagerung im Lauf. Gas Checks können nicht an jedem Bleigeschoß angebracht werden, sondern die Gieß- oder Preßform des Geschosses muß am Heck eine kleine Stufe aufweisen, auf die der Gas Check aufgesetzt und durch den anschließenden Kalibriervorgang fest mit dem Geschoß verbunden wird.

Gasdichte Revolver
Bei gasdichten Revolvern schiebt sich die Trommel im Spannvorgang mit einem korrespondierenden Übergang auf den Laufansatz. Damit soll zum einen der Gasdruckverlust vermieden und eine perfekte Fluchtung von Trommel (Patronenlager) und Lauf erreicht werden. Erste Konstruktionen gasdichter Revolver gehen etwa auf das Jahr 1810 zurück, aber erst der russische Nagant-Revolver aus dem Jahr 1889 kann als serienreife voll funktionsfähige Umsetzung dieses Konzepts angesehen werden. Wegen des höheren Fertigungsaufwands, der etwas schlechteren Funktionssicherheit, aber vor allem wegen des in der Praxis zu vernachlässigenden Nachteil des Gasdruck-, sprich Leistungsverlustes wurden diese Konstruktion nicht weiter verfolgt.

Gasdruck
Der Gasdruck beschreibt die Kraft, die sich bei der Entzündung der Pulvergase in der Patrone schnell und unter großen Wärmeentwicklung nach allen Richtungen ausbreitet. Die Höhe des Gasdrucks bestimmt vor allem die Leistung der Patronen und die Belastung auf Hülse, Patronenlager und Stoßboden. Wurde früher der Gasdruck durch die Verformung von Kupfer- oder Bleizylindern durch abgezweigte Pulvergase gemessen, verwendet man heute weitgehend einheitlich die sogenannte Piezo-Quarz-Methode, bei der die umgeleiteten Pulvergase in elektronische Impulse umgewandelt werden.

Gasdrucklader
Als Gasdrucklader bezeichnet man halb- oder vollautomatische mehrschüssige Selbstladewaffen, bei denen die Entriegelung des Verschlusses durch Umleiten der beim Schuß entstehenden Pulvergase geschieht. Das Auswerfen der Hülse, das Spannen des Schlosses und die Zuführung der neuen Patrone geschieht nach wie vor durch den Rückdruck der Patronenenergie auf den Stoßboden. Die zur Entriegelung des Verschlusses benötigten Pulvergase werden durch Bohrungen im Lauf oder Patronenlager abgezapft und direkt oder durch Rohre beziehungsweise Bohrungen umgeleitet. Bekannte Beispiele für Gasdrucklader sind beispielsweise das alte US Armeegewehr M1 Garand, das aktuelle US-Armeegewehr M-16/AR15 sowie die russischen Sturmgewehre AK-47 und AK-74.

Gasdruckverzögerter Verschluß
Im Gegensatz zum Gasdrucklader wird beim Gasdruckverzögertem Verschlußsystem die Repetierbewegung des Verschlusses solange durch die angezapften Pulvergase verzögert, bis das Geschoß den Lauf verlassen hat. Vorteil dieser Konstruktion ist der feststehende Lauf, der im Gegensatz zu konventionell verriegelnden Waffen theoretisch eine bessere Präzision gewährleistet. Bekannte Beispiele für dieses Verschlußsystem sind die Pistolen Heckler & Koch P 7 oder Steyr GB.

Gekröpfter Schaft
Spezielle Schaftform für Schützen die mit dem entgegengesetzten Auge der Anschlagseite (z. B. Rechtshänder mit dem linken Auge) zielen. Um diesen Schützen eine schnelle Zielerfassung zu ermöglichen, ist der Hinterschaft mit Abzugsbügel inklusive dem Pistolengriff ab Ende des Systemkastens so angewinkelt, daß bei natürlichem Anschlag das Visier mit dem zielende Auge in eine Linie gebracht wird.

Gelenkabzug
Bei Langwaffen mit zwei hintereinander angeordneten Abzugszüngeln, dem sogenannten Doppelabzug, besteht die Gefahr, daß die Waffe beim Auslösen des Schusses mit dem hinteren Züngel im Rückstoß so weit zurückgleitet, daß das vordere Abzugszüngel gegen den Abzugsfinger prallt. Bei größeren Schußserien kann sich das irritierend bis schmerzhaft bemerkbar machen. Das vordere Abzugszüngel kann deshalb mit einem Gelenk versehen werden, so daß das Züngel nach vorne ausweichen kann, wenn es gegen den Finger stößt.

Gelenkschaft
Gewehre mit Gelenkschaft dienen zur Ermittlung der optimalen Schaftlänge, - Senkung und -Schränkung. Durch den vollverstellbaren Schaft können verschiedene Einstellungen im scharfen Schuß ausprobiert und bewertet werden. Dabei werden nicht nur die körperlichen Voraussetzungen, sondern auch spezielle Gewohnheiten des Schützen berücksichtigt. Nach den daraus gewonnenen Erkenntnissen können dann Holz-Maßschäfte angefertigt werden.

Geradezugverschluß
Bei Geradezugrepetierern muß der Kammerstengel nicht wie bei konventionellen Zylinderverschlußbüchsen zum Ent- beziehungsweise Verriegeln auch in vertikaler Richtung, sondern lediglich horizontal bewegt werden. Die zur Verriegelung notwendige Mechanik wird dabei durch innenliegende Vorrichtungen gesteuert. Vorteil ist ein schnellerer Repetiervorgang für den darüber hinaus der Anschlag kaum verändert werden muß. Waren früher vor allem Militärgewehre wie das Schweizer K 31 mit einem Geradezugverschluß ausgestattet, kommt dieses Verschlußsystem heute vor allem bei Jagdbüchsen, wie beispielsweise der populären Blaser R93-Baureihe zur Anwendung.

Geschoßknall
Der Geschoßknall wird durch eine Luftverdichtung, der sogenannten Kopfwelle, hervorgerufen, die sich vor dem Geschoß bildet, solange sich dieses oberhalb der Schallgeschwindigkeit (ca. 330 Meter pro Sekunde) bewegt. Wenn sich das Geschoß von vorne nähert, nimmt man zuerst den helleren Geschoßknall und erst danach den dumpfen Mündungsknall war. Hinter der Waffe ist nur ein Knall zu hören, der sich aus Geschoß- und Mündungsknall zusammensetzt. Deshalb ist es eigentlich nur möglich die Richtung des Abschusses nach dem Mündungsknall zu orten.

Gesichtsfeld
Das Gesichtsfeld beschreibt die Größe des Bildausschnitts, die ein Betrachter durch ein Fernglas, Spektiv, Monokular, Zielfernrohr oder jede andere Art von Optik hat. Die Größe des Sehfelds wird als Durchmesser auf die jeweilige Betrachtungsentfernung, zum Beispiel 15 Meter auf 100 Meter ausgedrückt. Das Sehfeld wird hauptsächlich von der Vergrößerung der Optik, dem Objektivdurchmesser und dem Aufbau des Okulars bestimmt. Ferngläser mit hoher Vergrößerung bieten in der Regel ein kleineres Sehfeld aber besserer Detailabbildung, wohingegen Ferngläser mit geringerer Vergrößerung besser zur Orientierung und zum Auffinden kleinerer Objekte in einem großen Gelände geeignet sind. Für die volle Ausnutzung des Sehfelds ist darüber hinaus der korrekte Abstand vom Auge zur Austrittspupille entscheidend.

Gestecke
Als Gesteck bezeichnet man alle zur Montage einer Zieloptik auf der Waffe notwendigen Teile. Dazu gehören die auf der Waffe befestigten Montagefüße, -Schienen oder -Platten ebenso wie die Montageringe, die das Zielfernrohr halten. Man unterscheidet dabei zwischen Festmontagen und solchen, bei denen das Glas zur Reinigung oder Transport ohne Verslust der Einstellung der Treffpunktlage abgenommen werden kann.

Gezogener Lauf
Als gezogen bezeichnet man einen Lauf, dessen Innenprofil so geformt ist, daß es das Geschoß durch kontrollierte Deformation und/oder Rotation für die Flugphase stabilisiert. Der Ausdruck rührt von der gängigen Herstellungsmethode des Innenprofils, dem sogenannten Ziehen her, bei dem ein Negativ-Abdruck des Profils aus Hartmetall durch ein untermassiges Rohr gezogen wird. Die so entstandenen erhabenen Flächen des Laufinnern nennt man Felder, während die zurückliegenden Flächen Züge genannt werden. Neben dem Feld-Zug-Lauf gibt es auch Polygonläufe bei denen das Laufprofil aus ineinanderübergehenden Kreissegmenten besteht. Auch wenn es für Läufe mit Innenprofil neben dem Ziehen auch andere Herstellungsmethoden wie Hämmern oder Erodieren gibt, spricht man bei allen außer innen profillosen Läufen, immer von einem gezogenem Lauf.

Grain
Bedeutet wörtlich übersetzt Korn und bezeichnet die kleinste englische/amerikanische Gewichtseinheit. Besonders Geschoßgewichte und Pulverchargen werden auch in der deutschsprachigen Literatur häufig in Grains angegeben, weil sich dadurch (1 Gramm = 15, 43 Grains) runde Zahlen ergeben. Zum Umrechnen in Gramm müssen Grains mit 0, 0648 multipliziert werden.

Graubeizen
Waffenteile die durch Härten ihre Farbe verändert haben, können anschließend graugebeizt werden um eine gleichmäßige silbergraue Oberfläche zu erhalten. Durch das Beizen wird eine chromoxidreiche Passivschicht auf den Stahl aufgebracht, der auch als Korrosionsschutz dient. Durch Graubeizen kommen auch feine Gravuren besser zur Geltung.

Griffsicherung
Eine Griffsicherung verhindert eine Schußauslösung, wenn die Waffe nicht in der Hand gehalten wird. Meistens in Form einer gefederten Wippe oder Taste in den Griff der Waffe integriert, stellt die Griffsicherung eine zusätzliche mechanische Sicherungsmaßnahme an Feuerwaffen da, deren Deaktivierung unkompliziert beim Greifen geschieht. Ein bekanntes Beispiel ist die auch als Handballensicherung bezeichnete Griffsicherung an der Griffrückseite der 1911er-Pistole, die erst beim Greifen den Auslöseweg des Abzugsschiebers freigibt.

Griffspanner
Im Gegensatz zu Griffsicherung bei der eine Auslösung des Schusses bei der gespannten Waffe mechanisch verhindert wird, wird beim Griffspanner die Waffe erst beim Greifen ge- und beim Loslassen entspannt. Bekanntestes Beispiel für einen Griffspanner ist die Heckler & Koch PSP beziehungsweise deren Nachfolger P7 M8 und P7 M13. Dieses hahnlose Pistole wird durch die als unter Federdruck stehenden Wippe ausgeführten Griffvorderseite ge- beziehungsweise entspannt. Da die streßsichere Bedienung dieser Waffe trainingsintensiv ist, bleibt deren Bedienung für durchschnittlich trainierte Benutzer umstritten, wohingegen gut trainierte Anwender die Vorteile dieses Systems schätzen.

Guillochieren
Als Guillochierung bezeichnet man die Mattierung, Aufrauhung oder meist schlangenlinienförmige Verschneidung der Visierschiene zur Vermeidung von irritierenden Lichtreflexen.

Hahn
Als Hahn bezeichnet man sowohl das den Zündstift antreibende Schlagstück, als auch das außenliegende Bedienelement zum Spannen des Schlosses. Neben Waffen mit außenliegendem Hahn beziehungsweise Hähnen bei mehrläufige Büchsen, gibt es noch Waffen mit innenliegenden Hähnen, die nur noch als Schlagstücke dienen sowie hahnlose Waffen, bei dem der Zündstift über einen Schieber gespannt und zur Zündung ausgelöst wird.

Halbautomat
Bei halbautomatischen Waffen werden nach der ersten Schußabgabe das Auswerfen der Hülse, das Spannen des Schlosses, sowie das Zuführen einer neuen Patrone aus dem Magazin von der Waffenmechanik ausgeführt. Als Kraft für diesen Vorgang dient die Rückstoßenergie der abgefeuerten Patrone und/oder das durch den Abbrand des Treibladungsmittel erzeugte Gas. Im Gegensatz zu vollautomatischen Waffen muß jedoch für jede Schußauslösung der Abzug erneut betätigt werden.

Handspanner
Handspanner ist die Bezeichnung für Büchsen, meistens Kipplaufwaffen, die sich beim Schließen nach dem Ladevorgang nicht automatisch Spannen, sondern deren Schloß manuell über einen Spannschieber am Kolbenhals, einen Spannhebel am Systemkasten oder über ein zweites Abzugszüngel, dem sogenannten Spannabzug gespannt werden müssen. Dadurch soll die passive Sicherheit der Waffe erhöht werden, da erst kurz vor dem Schuß gespannt werden muß.

Hilfskorn
Zweites, kleineres Korn auf dem vorderen Laufdrittel bei Flinten. Das Hilfskorn soll als zusätzliches Visiermittel Zielfehler besser aufzeigen und korrigieren helfen. Das Hilfskorn sitzt auf der Visierschiene, ist in den meisten Fällen als Perlkorn aus Messing oder weißem Kunststoff ausgeführt, und so klein, daß bei korrektem Visierbild das größere Hauptkorn nicht vollständig verdeckt wird.

Hohlschuß
Bei Flinten spricht man vom Hohlschuß, wenn die Deckung der Schrote in den Randbezirken der Trefferfläche höher ist als in der Mitte. Beim jagdlichen Kugelschuß spricht man vom Hohlschuß, wenn die Kugel im Wildkörper weder Wirbelsäule noch Lebenswichtige Organe trifft und so keine oder nur eine unzureichende Wirkung erzielt.

Kadenz
Kadenz ist der Fachbegriff für die Feuergeschwindigkeit bei Waffen. Besonders bei vollautomatischen Waffen wird die Kadenz in Schuß pro Minute angegeben, wobei es sich dabei um einen theoretischen Wert handelt, da zum einen häufig nicht genug Munition für eine Minute Dauerfeuer bereitgehalten wird beziehungsweise das den Lauf stark beschädigen könnte. Einige kompakte Maschinenpistolen erreichen eine Kadenz von bis zu 1.200 Schuß pro Minute, was bedeutet, daß ein 30 Schuß Magazin im Dauerfeuer in 1, 5 Sekunden geleert wäre.

Kaliber
Mit Kaliber bezeichnet man die Weite oder das Bohrungsmaß von Projektil und Lauf. Angeblich abgeleitet vom griechischen Wort kalopodos, mit dem ursprünglich Schuhleisten bezeichnet wurden, übertrug es sich abgekürzt als kalib zuerst in den arabischen Sprachraum, später als calibro in die romanischen Sprachen. Es wurde für die unterschiedlichsten Paß- und Modellbezeichnungen verwendet, bis die Franzosen es unter calibre für das Paßmaß von Feuerwaffen und deren Projektile verwendeten. Man unterscheidet zwischen dem Feld- und Zugkaliber. Für die korrekte Geschoßauswahl ist immer der Zugdurchmesser, also der Abstand wischen zwei gegenüberliegenden Zügen (zurückliegende Flächen) im Lauf entscheidend, während bei der militärischen Bezeichnung häufig das Feldkaliber angegeben wird. Das erklärt unter anderem warum die gleiche Patrone militärisch 7, 62 x 51 und im zivilen Bereich .308“ (=7, 82 mm) Winchester heißt. Die Kaliberangaben in Zoll beziehungsweise Inch ist aber nicht immer so exakt wie bei der .308 Winchester. Häufig besteht die Kaliberbezeichnung aus marketingstrategisch gerundeten Zahlen, wie zum Beispiel bei .454 Casull (Diameter .452“), .38 Special (Diameter .357“) oder .480 Ruger (Diameter .475“).

Kalibrieren
Beim Kalibrieren werden die durch den Gasdruck im Patronenlager geweiteten Hülsen wieder auf das erforderliche Maß zurückgedrückt. Das ist notwendig, damit die Hülsen zum einen wieder in das Patronenlager passen und zum anderen damit im Hülsenmaterial wieder genug Spannung aufbaut, um das Geschoß sicher zu halten. Wird nicht die gesamte Hülse, sondern nur der Teil kalibriert, der das Geschoß hält spricht man vom Teil- beziehungsweise Hülsenhalskalibrieren.

Kammerverschluß
Kammerverschluß ist eine andere Bezeichnung für einen Zylinderverschluß oder Kolbenverschluß bei Repetierbüchsen. Als Kammer wird dabei der Verschluß bezeichnet, der in der Verschluß- oder Kammerhülse geführt wird, in die wiederum der Lauf befestigt ist. Die Kammer oder der Verschluß sind dabei das Verriegelungselement, der die Patrone im Patronenlager fixiert, den Zündstift beinhaltet und für den Hülsenauswurf sowie für die Patronenzufuhr sorgt..

Kilopond
Nicht mehr gebräuchliche Maßeinheit für Kraft. Durch das Einheitengesetz von 1985 durch die Maßeinheit Newton (N) ersetzt. 1 Newton entspricht 1 kg m/s2 oder 0, 102 Kilopond (kp).

Kleinkaliber
Als Kleinkaliber (KK) wurden ursprünglich alle Kugelkaliber unter 7 mm und Schrotpatronen unter Kaliber 30 bezeichnet. Mittlerweile beansprucht die weltweit verbreitete Randfeuerpatrone .22 lfB (lang für Büchse), die international und in der Anlage III des Waffengesetzes .22 Long Rifle (lr) genannt wird, alleine diese Bezeichnung.
Klettern der Treffpunktlage
Als Klettern bezeichnet man die Veränderung der Treffpunktlage bei zunehmender Erwärmung des Laufes. Diese Erscheinung ist besonders häufig bei mehrläufigen Waffen zu beobachten, da hier die miteinander verbundenen Läufe eine einseitig beschränkte Möglichkeit zur Wärmeausdehnung haben. Durch ausgeklügelte Laufverbindungen haben Büchsenmacher und Serienwaffenhersteller dieses Problem aber weitgehend im Griff.

Knopfziehen
Bei der Laufherstellungsmethode Knopfziehen (engl. button rifled) wird ein kalibergroßer Profilkörper durch ein unterkalibriges glattes Rohr gezogen oder gedrückt. Dadurch wird das Laufprofil eingebracht und gleichzeitig die Laufoberfläche verdichtet. Beim Knopfziehen können allerdings nicht so extrem verdichtete Laufinnenflächen wie beim Hämmern erreicht werden, da das Laumaterial für diesen Verformungsprozeß nicht so hart sein darf.

Kolben
Der Begriff Kolben hat in der Waffentechnik gleich mehrere Bedeutungen.
1. Der Frisch- oder Schmirgelkolben, mit dem die Innenfläche von Schrot- oder Kugelläufen nachbearbeitet werden kann.
2. Der Kolben oder auch Zylinder oder Kammer genannte Verschluß bei Zylinderverschlußsystemen.
3. Der hintere Teil eines Gewehrschaftes. Den Übergang zur Griff-Fläche nennt man Kolbenhals.
4. Der Teil bei Luftdruckwaffen, in dem die Luft komprimiert wird.

Kombinierte Waffen
Von kombinierten Waffen spricht man, wenn eine Büchse sowohl mit Schrot- als auch mit Kugelläufen ausgestattet ist. Üblicherweise bei Kipplaufwaffen, wie Bockbüchsflinten oder Drillingen, eingesetzt. Bei Drillingen ist es darüber hinaus gängige Praxis, in einem der beiden Schrotläufe noch einen Einstecklauf in einem kleinen Kugelkaliber, als Alternative zum großen Kugelkaliber, einzusetzen.

Konisch gebohrte Läufe
Konische, sich zur Mündung im Diameter verjüngende Läufe, wurden experimentell eingesetzt, um aus Rohrwaffen eine höhere Leistung herauszuholen. Ziel war es dabei, einen kleinen Geschoßkern mit deformierbaren Führungsringen zu konstruieren, der wegen des größeren Gesamtdurchmessers mit einer stärkeren Treibladung im Rohr besser beschleunigt werden kann. Das zulaufende Laufprofil sollte dann über die deformierbaren Führungsringe den Geschoßdurchmesser reduzieren, damit das Geschoß nach Verlassen der Mündung durch einen möglichst kleinen, aerodynamischen Durchmesser eine bessere Außenballistik hat.

Kopfwelle
Mit der Kopfwelle wird die, sich vor dem Geschoß verdichtende Luft, im Flug bezeichnet. Diese Luftverdichtung tritt nur so lange auf, wie das Geschoß oberhalb der Schallgeschwindigkeit fliegt.

Korn
Das Korn ist der vordere, dem Schützen abgewandte Teil der offenen Visierung. Als Korn bezeichnet man auch das vordere Visierelement bei Diopter-Visierungen.

Korrosion
Von Korrosion spricht man bei dem Rosten des Laufinneren durch mangelnde Pflege. Auch wenn der Lauf augenscheinlich sauber ist, können Schmauchrückstände unter den Geschoßablagerungen das Laufmaterial angreifen. Um das Einschließen von Rückständen im metallurgischen Gefüge zu verhindern, sollte man die chemischen Laufreiniger möglichst in den noch schußwarmen Lauf einbringen, damit diese die Rückstände anlösen können.

Kreiseleffekt
Mit dem Kreiseleffekt oder der Präzession, wird die korkenzieherförmige Pendelbewegung der Geschoßspitze um die Bahn des Geschoßschwerpunkts bei drallstabilisierten Geschossen beschrieben. Durch diesen Kreiseleffekt wird das Geschoß geringfügig in Seitenrichtung aus der Flugbahn getragen. Damit die Präzession eine möglichst geringen Einfluß auf die Präzision hat, wird versucht, den Schwerpunkt des Geschosses an eine optimale Stelle zu verlagern. Das kann bei Hohlspitzgeschossen durch eine sehr große Kaverne, oder bei Kunststoffspitzengeschossen durch große Plastikeinsätze geschehen.

Kreuzkorn
Das Kreuzkorn ist eine früher bei Scheibenbüchsen verwendete Kornform, bei der im Korntunnel waagerechte und senkrechte Balken, nach Art eines Zielfernrohrabsehens angebracht wurden.

Krüppelschaft
Ein Krüppelschaft weist eine gekrümmte beziehungsweise gekröpfte Form auf, um Schützen, die mit dem der Anschlagseite gegenüberliegenden Auge visieren, einen bequemen Anschlag zu ermöglichen.

Kugel
Mit Kugel bezeichnet man die aus Büchsen verschossenen Geschosse. Der Begriff ist von den ursprünglich verwendeten Rundkugeln als Standard-Geschoß abgeleitet, und wird mittlerweile für alle Büchsengeschosse gleich welcher Konstruktion benutzt. Bei Büchsenpatronen spricht man deshalb auch von Kugelpatronen, bei gezogenen Läufen auch von Kugelläufen und beim Büchsenschuß auch vom Kugelschuß.

Kugeleinschlag
Mit dem Kugeleinschlag oder Laufdurchtrieb kann das tatsächliche Laufinnenmaß bestimmt werden. Dazu wird ein überkalibriger Bleikörper durch den Lauf getrieben und anschließend vermessen. Diese Prozedur ist beispielsweise für die exakte Bestimmung des optimale Durchmessers von Bleigeschossen sinnvoll.

Kugelgleich
Als Kugelgleich bezeichnet man einen gezogenen Lauf, der auf der ganzen Länge seines Innenprofils das gleiche Maß aufweist. Das kann zum Beispiel mit einem Bleidurchtrieb ermittelt werden. Dabei sollte der beim Durchtreiben des Geschosses auftretende Widerstand zu jeder Zeit gleich sein. Unebene Stellen können mit einem kalibergroßen Polierdorn von Hand oder mit einer Maschine ausgeglichen werden.

Kugelschlag
Als Kugelschlag bezeichnet man das Geräusch, daß beim Auftreffen des Geschosses auf dem Wildkörper entsteht. Je schneller das Geschoß fliegt und/oder je näher die Schußentfernung ist, desto schwerer ist es den Kugelschlag vom Geschoßknall akustisch zu trennen. Erfahrene Jäger können manchmal an der Art des Kugelschlags die Trefferzone am Wildkörper bestimmen.

Kugelsetzer
Als Kugelsetzer bezeichnet man ein Werkzeug oder eine Vorrichtung, mit der bei Vorderlader-Waffen das Geschoß in den Lauf vor die Pulverladung gebracht wird. Bei Langwaffen ist der Kugelsetzer meistens ein Aufsatz für den Ladestock, der so ausgeführt ist, daß dieser die Geschoßspitze beim Setzvorgang nicht deformiert. Bei einigen Revolvern ist der Kugelsetzer als Hebel unter dem Lauf integriert, mit dessen Hilfe man das Projektil (die Kugel) von vorne in die Trommel setzen kann. Früher bezeichnete man auch Setzmatrizen bei Lademaschinen als Kugelsetzer.

Lang
Zusatzbezeichnung für die längste Patrone einer Patronenreihe mit ansonsten gleichen Hülsenabmessungen. Im Englischen als "Long" zum Beispiel als Zusatz für die offiziell nur .45 Colt genannte Patrone, um sie besser von der kürzeren .45 Smith & Wesson Schofield zu unterscheiden. Häufig wurden später aber noch längere Varianten der Patronenfamilie zugefügt, die dann mit weiteren Bezeichnungen versehen wurden, um diese zu Unterscheiden. Bekanntes Beispiel ist die Kleinkaliberpatrone .22 lang (engl. .22 long) deren stärkerer und längerer Nachfolger mit .22 lfB. = lang für Büchse (engl. .22 lr = long rifle) bezeichnet wird.

Laufbank
Die Laufbank ist ein Teil des Verschlusses bei Kipplaufwaffen, auf dem der Lauf oder die Läufe aufliegen, beziehungsweise befestigt sind.

Laufbrille
Verbindungsstück der Läufe bei mehrläufigen Kipplaufwaffen. Auch als Brillenstück bezeichnet, dient die Laufbrille auch zur Befestigung des/der Laufhaken.

Laufhaken
Der oder die Laufhaken sind die wichtigsten Bestandteile eines Riegelverschlusses bei Kipplaufwaffen. Die Laufhaken sind entweder aus dem Laufmaterial herausgearbeitet oder nachträglich hartverlötet. Bei einfachen Waffen mit Riegelverschluß sind die Laufhaken die einzige mechanische Verbindung zwischen Lauf und Verschluß. Zur Verriegelung tritt beim Schließen der Waffe ein oder mehrere Riegel in korrespondierende Nuten am Laufhaken ein und verhindert das Abkippen des Laufs. Das möglichst spielfreie Zusammenspiel dieser Komponenten ist ein wichtiges Qualitätsmerkmal guter Büchsenmacherkunst, da es maßgeblich für Präzision und Haltbarkeit der Waffe ist.

Laufhämmern
Das Laufhämmern ist eine der besten Herstellungsmethoden für Läufe. Bei dieser Kaltverformung wird ein poliertes/gehohntes, überkalibrig großes Stück Stahlrohr um einen negativen Hartmetall-Abdruck des Laufprofils in einer Hämmermaschine gehämmert. Neben der Einbringung des Laufprofils wird beim Laufhämmern die Laufoberfläche verdichtet, wodurch diese besonders gleichmäßig und widerstandsfähig gegen Laufablagerungen und Erosion sind.

Laufseele
Als Laufseele bezeichnet man das Innere des Laufes. Die Laufachse als Mittellinie des Laufprofils wird deshalb auch als Seelenachse bezeichnet.

Libelle
Umgangssprachlicher Ausdruck für eine kleine Wasserwaage, die zur Kontrolle der Waffenverkantung an Waffe, Visier oder sogar im Absehen von Zielfernrohren angebracht werden kann.

Lichtstärke
Leistungsmerkmal bei optischen Geräten, die häufig fälschlicherweise als Maßeinheit für die Dämmerungsleistung betrachtet wird. Obwohl wissenschaftlich korrekt als Wert der geometrischen Lichtdurchlässigkeit verwendet, ist für Jäger und Schützen bei der Auswahl eines lichtstarken Zielfernrohres oder Fernglases die Dämmerungszahl wichtiger, die wiederum hauptsächlich von dem Objektiv- und Mittelrohrdurchmesser sowie von der Anzahl, Qualität und Beschichtung der verwendeten Linsen abhängig ist.

Liderung
Mit Liderung bezeichnet man die Ausdehung der Hülse im Patronenlager während des Schußvorgangs durch den Gasdruck. Durch diese Anliderung des elastischen Hülsenmaterials im Patronenlager wird eine Ausdehung der Pulvergase in das Patronenlager und das Waffensystem verhindert. Neben der Abdichtung des Patronenlagers kommt der Liderung in manchen Waffen auch eine verschlußunterstützende Funktion zu. Dazu werden Querrillen im Patronenlager angebracht, in die sich das Hülsenmaterial quer zur Entriegelungsrichtung ausdehnen und den Reibschluß so verstärken kann, bis das Geschoß den Lauf verlassen hat und der Gasdruck dadurch rapide abnimmt. Soll die Liderung verringert werden, bringt man sogenannte Entlastungsrillen in Längsrichtung im Patronenlager an, damit die Kontaktfläche zwischen Hülse und Lager reduziert wird.

Lochblende
Lichtdurchlaß beim Diopter, der durch eine Irisblende oder den Austausch von Scheiben mit unterschiedlichen Bohrungen, je nach Scheibe und Lichtverhältnissen angepaßt werden kann.

Longitudialschwingungen des Laufes
Damit werden ausschließlich die Schwingungen des Laufes durch den Schuß in Längsrichtung beschrieben. Querschwingungen werden als Transversal- und das Verdrehen des Laufes im Schuß als Torsionsschwingung bezeichnet.

Luntenschloß
Nachdem die ersten Handfeuerwaffen um 1400 gezündet wurden, indem man eine brennende Lunte in das Zündloch stieß, stellte das Luntenschloß eine große Verbesserung dar. Beim Luntenschloß wurde die brennende Lunte an einen Hammer befestigt der diese mittels einer Feder über einen Auslösemechanismus dann zum Zündloch beförderte. Dadurch wurde das Zielen mit der Waffe stark vereinfacht.

Magazinsperre
Technisch mittlerweile in Vergessenheit geratene, zusätzliche Sicherungsvorrichtung an Waffen mit Kasten- oder Röhren-Magazin. Durch Aktivieren der Magazinsperre wird das Zuführen einer neuen Patrone aus dem Magazin beim Repetiervorgang verhindert. Während man die Magazinsperre bei Dienstgewehren um die Jahrhundertwende als zusätzliches Sicherungselement einsetzte, benutzte Mauser und später andere Hersteller diese, um dem Soldaten durch Blockieren des Verschlusses in hinterer Position anzuzeigen, daß die Waffe leergeschossen ist.

Mag-na-Port
Markenname einer, auf das gleichnamige amerikanische Unternehmen patentierten Mündungsbremse, die direkt in den Lauf erodiert wird. Trapezförmige Schlitze, etwa 25-50 Millimeter hinter der Mündung direkt in das Laufprofil eingebracht, sorgen für eine kontrollierte Umlenkung der Pulvergase, damit Hoch- und Rückschlag dadurch reduziert werden können. Da neben den Pulvergasen auch die Schallwellen umgeleitet werden, erhöht sich gleichzeitig auch die Lautstärke des Schußknalls etwas. In Deutschland bietet beispielsweise der Jagdwaffenhersteller Blaser Mag-na-Port als Zusatzausstattung an.

Magnus-Effekt
Mit dem Magnus-Effekt wird der veränderte Druck bezeichnet, der an dem Geschoß im Flug wirkt, weil das Geschoß leicht schräg zur Längsachse rotiert. Je nach Drallrichtung entsteht dadurch die sogenannte Drallablage in die Richtung, in der das Geschoß durch das Laufprofil in Rotation versetzt wurde. in Extremfällen, wie zum Beispiel beim Kaliber .50 BMG auf 1.500 Metern Zielentfernung, kann die Drallablage bis zu 8 Metern betragen. Da die Drallablage je nach Laborierung gleichmäßig auftritt, wird diese beim Einstellen der richtigen Treffpunktlage durch die Visierung ausgeglichen.

Marmorierung (der Waffenoberfläche)
Mit Marmorierung wird die typische, gleichmäßig-fleckige Verfärbung an Waffenoberflächen durch das Bunthärten bezeichnet. Das Bunthärten dient in erster Linie der Oberflächenhärtung bei Waffenteilen, verleiht den so behandelten Teilen aber auch das edle Antik-Finish des marmorartigen Musters aus bräunlichen und blauen Farbtönen. Beim Bunthärten werden die Waffenteile zusammen mit einer aus Leder gewonnenen Asche mehrere Stunden lang geglüht. Der dabei frei werdende Kohlenstoff dringt in die Oberfläche des Metalls ein. Zum Ende des Härteprozesses werden die Metallteile in Wasser abgeschreckt, wodurch das einzigartige Finish entsteht.

Meterkilogramm
Meterkilogramm (mkg) ist die alte Maßeinheit für Energie, die mittlerweile durch Joule ersetzt wurde. Die Energie in Joule wird aus der Masse in Kilogramm multipliziert mit der Geschwindigkeit in Metern pro Sekunde zum Quadrat, geteilt durch 2 errechnet.

Minié-Geschoß, Maxi-Ball
Spezieller Geschoßtyp für Vorderladerwaffen, bei dem durch eine starke Aushöhlung am Geschoßboden die Anpassung an das Laufprofil durch den Gasdruck geschieht. Durch diese Erfindung eines französischen Offiziers Mitte des 19. Jahrhunderts konnte das lästige Pflastern der Geschosse umgangen werden. Eine weitere Geschoßkonstruktion mit gleichem Zweck ist das Maxi-Ball-Geschoß, bei dem tiefe Stauchrillen am Geschoß für eine Anpassung an den Lauf und damit Drallaufnahme durch das Laufprofil sorgen.

Mitteltrieb
Mit dem Mitteltrieb wird die, mittig zwischen den beiden Rohrkörpern angebrachte Einrichtung zum gleichzeitigen Verstellen der Schärfe beider Gläser an Ferngläsern bezeichnet.

Mouche
Mit Mouche, X-Ring oder Innenzehn bezeichnet man den kleinen Kreis innerhalb des Zehnerrings auf Zielscheiben, der zur Feststellung des Siegers bei Punktgleichheit dient.

Nachbrenner
Mit einem Nachbrenner bezeichnet man eine Schußentwicklung, bei der der Abbrand des Treibladungsmittels nicht unmittelbar bei der Zündung, sondern mit bis zu einigen Sekunden Verzögerung eintritt. Neben schadhaften oder überlagerten Treibladungs- oder Zündsätzen können auch, für die verwendete Pulversorte zu schwache, Zündhütchen beziehungsweise zu stark komprimierte Pulverladungen der Grund sein.

Nutation
Mit Nutation wird die Pendelbewegung des Geschosses um die Längsachse bezeichnet. Die Nutation wird durch die heißen Pulvergase ausgelöst, die beim Verlassen der Mündung auf den Geschoßboden wirken. Diese Pendelbewegungen werden durch die Rotation des Geschosses im Verlauf der Flugbahn abgeschwächt. Je größer das Geschoß ist, desto länger dauert diese Stabilisierungsphase. Besonders bei großen, starken Büchsenkalibern, wie beispielsweise .338 Lapua Magnum oder .50 BMG, tritt diese Stabilisierung oft erst jenseits der 100 Meter-Marke ein. Damit die Pulvergase möglichst zentrisch auf den Geschoßboden wirken, ist eine gleichmäßig angesenkte Mündung erforderlich.

Objektiv
Als Objektiv bezeichnet man bei allen optischen Geräten die vordere, dem zu beobachtenden Objekt zugewandte Linse. Bei der Leistungsangabe von Zielfernrohren (beispielsweise 2, 5-8x50) und Ferngläsern beschreibt die erste Zahl die Vergrößerung und die zweite Zahl den Objektivdurchmesser. Grundsätzlich gilt: Je größer der Objektivdurchmesser, desto heller ist die Abbildung.

Offensive Pulver
Offensive oder schnell abbrennende Kurzwaffen-Treibladungsmittel, wie zum Beispiel Vihtavuori N310, Hodgdon Clays, Vectan BA 10, Norma R1 oder Rottweil P805 werden hauptsächlich für gasdruckschwache/reduzierte Laborierungen in großvolumigen Hülsen, wie beispielsweise der .38 Special oder .45 ACP oder für Standardlaborierungen in sehr kleinen Hülsen, wie beispielsweise der 6,35mm Browning eingesetzt. In Langwaffenpatronen können die langsamsten Kurzwaffenpulver, wie beispielsweise Vihtavuori N110, Hodgdon H4227, Rottweil R910 oder Accurate 5744, für reduzierte Laborierungen in Verbindung mit sehr leichten Mantel- oder Blei beziehungsweise galvanisch beschichteten Bleigeschossen, wie zum Beispiel den High Speed-Projektilen von Haendler & Natermann eingesetzt werden. Wegen des sehr schnellen Gasdruckanstiegs und des hohen Energiegehalts der offensiven Pulver sollte die Ladungsmenge nur in kleinen Schritten von maximal 0,2 Grains gesteigert werden. Auch bei jedem Komponentenwechsel, sollte die Startlaborierung um mindestens 5% gegenüber der Gebrauchslaborierung reduziert werden.

Ogival
Mit Ogivalgeschoß oder Ogive wird die spitzbogenförmige Fläche bei Geschossen von der zylindrischen Führungsfläche zur Geschoßspitze beschrieben. Während Ogivalgeschosse bei Kurzwaffen hauptsächlich als zuführfreundlichste Geschoßform für Pistolenpatronen verwendet wird, kommen für Long-Range-Kaliber Geschosse mit sehr langgestreckter Ogive zur Anwendung, um eine möglichst hecklastige, aerodynamische Geschoßform zu gestalten. Bei Ogivalgeschossen mit abgeflachter Geschoßspitze spricht man von Flachkopfgeschossen, während bei Kegelstumpfgeschossen die Fläche vom zylindrischen Führungsteil zur ebenfalls abgeflachten Geschoßspitze gerade verlaufen.

Okular
Die hintere, dem Betrachter zugewandte Linse an optischen Geräten wird als Okular bezeichnet. Während das Okular bei einfachen Gläsern aus nur einer Konkavlinse besteht, kommen bei sogenannten Prismengläsern oft aus mehreren Konkav- und Konvexlinsen zusammengesetzte Linsen zum Einsatz.

Parabolischer Drall
Als parabolischen oder progressiven Drall wird ein Laufprofil bezeichnet, bei dem die Windungen des Dralls vom Patronenlager zur Mündung nicht konstant verlaufen, sondern zur Mündung hin zunehmen. Dadurch kann das Geschoß materialschonend in das Laufprofil eintreten und wird erst kurz vor Verlassen des Laufes in die volle Rotationsgeschwindigkeit versetzt.

Parallaxe
Parallaxe nennt man die Verschiebung zwischen Zielobjekt und Absehen. Sie tritt bei Beobachtung außerhalb der optischen Achse auf, wenn das Ziel nicht in der Entfernung liegt, auf die das optische Gerät parallaxefrei eingestellt ist. Die Folge ist, daß der Schuß nicht dorthin trifft, wohin das Absehen trotz korrekter Visiereinstellung gerichtet war.

Progressivdrall
Als Progressivdrall bezeichnet man ein Laufprofil, bei dem die Drall-Länge vom Patronenlager zur Mündung hin progressiv zunimmt. Dieses im englischen als Gain-Twist bezeichnete Laufprofil wurde gegen Mitte des 19. Jahrhunderts entwickelt, um die Scherbelastung der Weichbleigeschosse zu reduzieren. Diese sollten erst ohne Drehbewegung in das ungedrallte Laufprofil eintreten können, bevor sie durch den Drall in Rotation versetzt werden. Das von 1857 bis 1865 von Bristol Firearms in Rhode Island gefertigte und im amerikanischen Bürgerkrieg eingesetzte Burnside Rifle war einer der ersten Hinterlader mit progressivem Drall. Heutzutage wird ein Progressiv- oder auch parabolischer Drall zum Beispiel in den AET-Läufen der Infinity-Matchpistolen oder bei Gottfried Prechtls GOL Sniper-Büchse in .338 Lapua Magnum eingesetzt.

Progressive Pulver
Im Gegensatz zu offensiven Pulvern, bei denen der Gasdruck schnell ansteigt und dann ebenso schnell wieder absinkt, verläuft der Gasdruckaufbau bei progressiven Pulvern langsam ansteigend. Um das zu erreichen, werden dem Pulver phlegmatisierende Stoffe beigefügt und/oder die Oberfläche behandelt. Progressive Treibladungsmittel kommen vor allem in großvolumigen Hülsen zum Einsatz und entwickeln durch den verzögerten Gasdruckaufbau auf der einen Seite weniger Gasdruck bei hoher Leistungsausbeute, benötigen auf der anderen Seite aber lange Läufe zur vollen Leistungsumsetzung.

Punze
Eine Punze ist ein Werkzeug zur Bearbeitung von Oberflächen. Während Metallflächen wie Verschlußoberseiten oder Visierteile mit der Punze zur Vermeidung von Lichtreflexionen aufgerauht werden, können Griffstücke oder Teile von Holz-Schäften und Griffschalen zur Erhöhung der Griffigkeit punziert werden.

Querschnittsbelastung
Die Querschnittsbelastung (QB) oder auch Querdichte (engl. = sectional density), beschreibt das Verhältnis vom Gewicht zur Fläche des Querschnitts des Geschosses. Die Querschnittsbelastung gibt an, wieviel Geschoßgewicht auf einen Quadratzentimeter entfallen. Während sich die Querschnittsbelastung auf Gramm pro Quadratzentimeter (g/cm2) bezieht, gibt die in amerikanischer Fachliteratur angegebene sectional density die Querdichte in Grains pro Quadratzoll (grs/inch2) an. Je kleiner die Querschnittsbelastung, desto schneller verliert das Geschoß im Flug an Geschwindigkeit und desto weniger Energie bringt es ins Ziel. Die QB in g/cm2 wird mit dem Vierfachen des Geschoßgewichtes in Gramm geteilt durch Pi, multipliziert mit dem Geschoßdurchmesser in Zentimeter zum Quadrat berechnet.

Radschloß
Das Radschloß soll von dem Nürnberger Büchsenmacher Kühfuß im Jahre 1517 als Weiterentwicklung des Luntenschlosses erfunden worden sein. Als Zündung diente beim Radschloß ein gezahntes Rad an der Waffe, das mittels einer Feder vorgespannt wurde und bei Aktivierung an einem Schwefelkies rieb und dadurch Funken auf die Zündpfanne übertrug. Zuvor mußte das Schloß wie eine Uhr mit einem Schlüssel aufgezogen werden, bevor es durch den Abzug ausgelöst werden konnte.

Rahmenlader
Als Rahmenlader bezeichnet man Waffen, deren integriertes Magazin mit auf Blechstreifen aufgesteckten Patronen bei geöffnetem Verschluß geladen wird. Neben zahlreichen Repetierbüchsen, wie beispielsweise die Mauser 88 oder Mannlicher 88/90 wurden auch Selbstladebüchsen wie der berühmte M1 Garand oder Selbstladepistolen wie die Mauser C96 für die Versorgung mit Munition auf Ladestreifen konstruiert.

Randfeuerpatronen
Bei Randfeuerpatronen (engl. Rimfire) befindet sich die Zündmasse im Rand der Hülse, statt in einem separaten Zündhütchen im Zentrum des Patronenbodens (Zentralfeuer, engl. Center Fire). Der Rand der Hülse stützt sich gegen den Rand des Patronenlagers ab und bildet so das zur Zündung durch den Schlagbolzen notwendige Gegenlager. Während früher wesentlich mehr Randfeuerkaliber im Umlauf waren, wie beispielsweise die für den bekannten Unterhebelrepetierer ausgelegte Großkaliberpatrone .44 Henry Flat oder die Flobert Schrotpatronen, sind heute vornehmlich die auch als Kleinkaliber bezeichnete Patrone .22 lang für Büchse (lfB, engl. lr für long rifle) sowie die .22 kurz und die .22 Magnum gebräuchlich.

Randschrote
Verlieren Schrotkugeln im Schuß ihre runde Form durch die Berührungen mit der Laufwand, so treffen sie meistens seitlich vom Kern der Garbe auf das Ziel. Um diese sogenannten Randschrote zu vermeiden, werden die Schrotladungen häufig in Kunststoffkapseln, den Schrotbechern (engl. = Wads) verladen. Diese sollen die Schrote dann bis zum Verlassen der Mündung begleiten und sich erst danach trennen.

Reihenfeuer
Die ununterbrochene Schußfolge bei vollautomatischen Waffen wird auch als Reihenfeuer bezeichnet.

Repassieren
Fachausdruck aus dem Büchsenmacherhandwerk, der das Beseitigen kleiner Mängel an Schloß- oder Verschlußteilen bei der Endkontrolle beschreibt.

Riegelverschluß
Als Riegelverschluß bezeichnet man Verschlußsysteme, bei denen Lauf und Verschlußgehäuse durch einen beweglichen Keil, Riegel oder Schieber verbunden sind. Bei Kipplaufgewehren greift der Riegel beispielsweise zur Verriegelung in die Laufhaken ein. Auch bei Selbstladewaffen, bei denen Lauf und Verschluß so lange gemeinsam zurücklaufen, bis das Projektil den Lauf verlassen hat, spricht man von einem Riegelverschluß.

Ringvisier
Das Ringvisier ersetzt als eine Art Diopter die Kimmeneinheit bei der Offenen Visierung. Das im Vergleich zum Diopter größere Loch wird meistens mit Balken- oder Perlkornen kombiniert und verdeckt dadurch weniger vom Ziel. Schon auf den Sharps-Büchsen waren Ringvisiere, sogenannte Peep Sights, für den weiten, präzisen Schuß angebracht. Auch bei Einsatzwaffen, wie beispielsweise der HK MP5, HK G3 oder dem amerikanischen M16/AR 15 findet man ein Ringvisier. Dadurch, daß der Ring das Licht etwas bündelt, eignet sich das Ringvisier auch bei leichter Fehlsichtigkeit, da hierdurch das Scharfsehen des Kornes erleichtert wird. Aktuell sind Ring-Visiere wieder unter der englischen Bezeichnung Ghost Ring auf Flinten, kurzläufigen Büchsen und vereinzelt sogar auf Pistolen zu finden.

Rollhase
Besondere Art des Wurfscheibenschießens, bei denen die Wurfscheibe vertikal und quer zum Schützen über den Boden gerollt wird, um den Lauf und das Springen eines flüchtenden Hasen zu simulieren.

Rostfreie Zündsätze
Nachdem man erkennen mußte, daß das als Sauerstoffträger in Zündsätzen enthaltene Kaliumchlorat in Verbindung mit rauchlosem Pulver zu starker Rostbildung in den Läufen führte, versuchte man um die vorletzte Jahrhundertwende herum, diesen Stoff zu ersetzen. Nach untauglichen Versuchen mit Bariumnitrat gelang es1926 Mitarbeitern der Firma RWS, einen rost- und erosionsfreien Zündsatz mit Trizinat als Sauerstoffträger zu entwickeln. Im Jahre 1930 wurde dieser patentierte Zündsatz unter der Bezeichnung Sinoxid weltbekannt. Nach Ablauf der Patentrechte sind heutzutage nahezu alle Zündsätze rost- und erosionsfrei. Lediglich Surplus-Munition aus militärischen Beständen kann noch mit nicht korrosionsfreien Zündern geladen sein.

Rückspringschloß
Als Rückspringschlosse werden Schlageinrichtungen an Feuerwaffen bezeichnet, bei denen das Schlagstück nach dem Abschlagen in eine Zwischenrast zurückspringt und so den Zündstift nicht mehr erreichen kann. Bei Kipplaufwaffen ohne Rückspringschloß muß das Schlagstück manuell in die Ruherast gebracht werden, damit der Zündstift wieder zurückgleiten und die Waffe geöffnet werden kann. Auch bei modernen Kurzwaffen wie beispielsweise der SIG Sauer-Pistolenbaureihe springt der Hahn automatisch nach dem Abschlagen in eine Zwischenrast zurück und kann dann den Schlagbolzen auch bei vollständig durchgezogenem Abzug bis zum nächsten Spann- und Abzugsvorgang nicht mehr erreichen.

SAAMI
Die SAAMI (Sporting Arms und Ammunition Manufacturers Institute) ist eine freiwillige Einrichtung in der sich Waffen- und Munitionshersteller zusammengeschlossen haben, um sich über die Maßvorgaben für die Herstellung von Waffen- und Munition zu verständigen. Die 1926 gegründete Einrichtung publiziert beispielsweise die für Funktion und Sicherheit notwendigen Maße und Toleranzen für Munition, Patronenlager, Wiederladematrizen nebst dazugehöriger Gasdruckgrenzen. Die SAAMI ist dem American National Standard Institut (ANSI), einer der internationalen ISO untergeordneten Instanz für die Festlegung von Normen, angeschlossen. Im Gegensatz zur europäischen CIP (Commission Internationale Permanente pour l'Epreuve des Armes à Feu Portatives) sind die von der SAAMI festgelegten Werte nicht bindend im jeweiligen Waffengesetz der Mitgliedsländer verankert, sondern dienen neben der notwendigen Abstimmung bei Produktion von Waffen und Munition vor allem zur Erhöhung der Sicherheit und als Richtwert bei Schadensersatzprozessen.

Sattelkorn
Als Sattelkorn bezeichnet man das vordere Visierelement, wenn es auf einem Sattel oder Sockel am Lauf angebracht ist. Neben dem Ausgleich der unterschiedlichen Bauhöhe zwischen dem meist am Systemkasten angebrachten hinteren Visierelement, wird der Sattel häufig dazu benutzt, die Korne auswechselbar darin zu verstiften oder zu verschrauben. Aktuell werden Sattelkorne häufig auch aus produktionstechnischen Gründen eingesetzt, da hierdurch das Ausgangsmaterial für den Lauf bei Langwaffen und Revolvern wesentlich dünner gehalten werden kann und weniger bearbeitet werden muß, als bei Waffen, bei denen das Korn aus dem vollen Laufmaterial herausgearbeitet wird.

Schaftsenkung und -Schränkung
Die Senkung eines Schaftes beschreibt die Differenz zwischen der Visierlinie und der Oberseite des Schaftes. Als Schränkung wird die seitliche Verkantung des Hinterschaftes zur Achse der Waffe in Schußrichtung betrachtet, bezeichnet. Die optimale Anpassung der Senkung und Schränkung an die anatomischen Gegebenheiten des Schützen ermöglichen es die Waffe schnell in den Anschlag und das Auge perfekt in die Visierlinie zu bringen. Solche sogenannten Maßschäfte finden häufig bei sportlichen Wurfscheibenflinten aber auch bei Jagdwaffen (besonders für gefährliches Wild) Verwendung.

Scharfrandgeschoß
Scharfkantig abgesetzter Rand an Mantelgeschossen, der beim Eintritt in den Wildkörper sogenanntes Schnitthaar und einen kalibergroßen Einschuß mit dementsprechenden Blutspuren hinterlassen soll. Früher war diese, wie eine Stanze wirkende Geschoßkonstruktion durch die Firma Brenneke geschützt. Mittlerweile sind aber auch Geschosse anderer Hersteller, wie beispielsweise MEN mit Scharfrand ausgestattet.

Scheintodwaffen
Unsachgemäßer, veralteter Ausdruck für kleine, meistens sehr einfach aufgebaute Waffen aus denen Tränengaspatronen verschossen werden.

Schieberspannung
Manuelle Spannvorrichtung an Jagdwaffen, die der Sicherheit dienen soll. Waffen mit Schieberspannung können geladen werden, ohne das dabei das Abzugssystem gespannt wird. Das Spannen geschieht erst unmittelbar vor dem Schuß, manuell über den Schieber. Da bei diesem Vorgang die Schlagfeder gespannt wird, kann das je nach Konstruktion einige Kraft erfordern.

Schieberumschaltung
Während bei einläufigen Waffen mit der Schieberspannung die Schlagfeder gespannt wird, kann mit der Schieberumschaltung bei mehrläufigen, sogenannten kombinierten Waffe der Lauf gewählt werden. Je nach Waffentyp wird beim Umschalten nur der zu schießende Lauf ausgewählt oder gleichzeitig auch die Schlagfeder des entsprechenden Schlosses gespannt. Der Schieber ist üblicherweise auf dem Kolbenhals plaziert, damit dieser im Anschlag ohne Umgreifen erreichbar ist.

Schiebesicherung
Als Schiebesicherung bezeichnet man Sicherungseinrichtungen an Langwaffen, die durch einen Schieber am Kolbenhals betätigt wird. Dabei ist die Wirkungsweise der Sicherungseinrichtung, beispielsweise auf Abzug oder Zündstift unerheblich.

Schießbaumwolle
Schießbaumwolle gilt als Vorläufer des Nitrozellulose-Pulvers und wurde 1864 von Christian Schönbein als bessere Alternative zum Schwarzpulver vorgestellt. Die stark nitrierte Baumwolle sollte mit geringeren Rückständen als das bis dahin verwendete Schwarzpulver verbrennen und leichter entzündlich sein. Die hohe Brisanz der Schießbaumwolle machte eine kontrollierte Verwendung aber unmöglich und es dauerte bis 1875, bis Alfred Nobel die Schießbaumwolle als Basis des ersten Nitroglyzerin-Treibladungsmittels einsetzte, das 1888 unter dem Namen Ballistit auf den Markt gebracht wurde. Das Nitrozellulose-Pulver wurde erst nach dem Tod von Schönbein durch den Deutschen Dr. von Duttenhofer und den Franzosen Vieille, allerdings auch auf Basis der Schießbaumwolle entwickelt.

Schießprügel
Verächtlich Bezeichnung für einfache, veraltete oder technisch unsichere Feuerwaffen, die von den ersten Handfeuerwaffen abgeleitet wurde. Diese waren wegen ihrer unsicheren Funktion zusätzlich mit einem Beil oder einer Stichwaffe ausgestattet, um sie notfalls als Stich- oder Schlagwaffe (Prügel) einsetzen zu können.

Selbstspanner
Als Selbstspanner werden Waffen bezeichnet, bei denen das Schloß automatisch bei der Verschlußbewegung gespannt wird. Am häufigsten ist diese Konstruktion bei Kipplaufwaffen anzutreffen. Zur Verbesserung der Sicherheit wurden Selbstspannerwaffen mit automatischer Sicherung konstruiert, bei denen nach dem Laden zwar das Schloß gespannt wurde, bei denen vor der Schußauslösung aber noch die selbsttätig aktivierte Sicherung betätigt werden muß.

Selbsttätiges Visier
Diese, auch Collath-Visier genannte, Visiereinrichtung bei mehrläufigen Büchsen ist mit dem Umschalter für die Läufe gekoppelt. Wird der Büchsenlauf gewählt, klappt für den gezielten Schuß ein Kimmenblatt aus. Bei der Auswahl des Flintelaufs klappt das Kimmenblatt wieder ein und gibt den Blick auf die für den Flintenschuß bevorzugte Visierschiene frei. Da heutzutage nahezu alle mehrläufigen Waffen mit Zielfernrohren ausgestattet werden, sind kaum noch Waffen mit selbsttätigem Visier anzutreffen.

Selektiver Abzug
Der selektive Abzug findet bei mehrläufigen Waffen mit einem Abzugszüngel Anwendung. Hierbei wird über einen rückstoßgetriebenen oder manuellen Umschalter der abzufeuernde Lauf ausgewählt.

Senkung
Die Senkung bezeichnet die Höhendifferenz zwischen der Visierlinie und der Oberseite des Hinterschaftes. Man unterscheidet dabei noch zwischen der vorderen Senkung für die Schaftoberseite direkt hinter dem Kolbenhals und der hinteren Senkung, die den Höhenunterschied von dem Schaftabschluß zur Visierlinie beschreibt. Die Senkung kann an den Schützen angepaßt werden, damit dieser in möglichst natürlicher Schießposition über die Visierung schauen kann.

Short Stop-Munition
Bezeichnung für nichttödliche (richtig: weniger tödliche) Munition, deren Geschoß aus einer Gummikappe, einem mit Blei- oder Zinkstaub gefüllten Leinenbeutel und einer Abdichtung der Pulverladung besteht. Während die Gummikappe wirkungslos vom Ziel abprallt, wird die gesamte Geschoßenergie durch den im Flug aufgefalteten Leinensack an das Ziel abgegeben. Der Nachteil ist der stark eingegrenzte optimale Wirkungsbereich von etwa 5 bis 15 Metern. Auf kürzeren Entfernungen muß auch bei der Short Stop-Munition mit starken bis tödlichen Verletzungen gerechnet werden, während bei größeren Entfernungen ab 20-25 Metern die zu erwartende Wirkung und Präzision stark nachläßt.

Speedloader
Das englische Wort Speedloader bedeutet wörtlich übersetzt Schnell-Lader und ist der Oberbegriff für Vorrichtungen zum schnelleren Laden von Waffen. Hauptsächlich für Revolver gedacht sind im Speedloader die Patronen so eingesetzt, daß sie von dort aus direkt in die Trommel geschoben werden können. Bestanden die ersten Speedloader noch aus langen Kunststoffstreifen, aus denen die Patronen maximal zu zweit in die Trommel abgestreift werden mußten, befördern moderne Speedloader gleich eine ganze Trommelfüllung auf einmal in den Zylinder. Besonders die federgetriebenen Modelle von Safariland oder Seidler, die die Patronen förmlich in die Trommel katapultieren, sind bei Sportschützen sehr beliebt. Seit einigen Jahren gibt es auch Schnell-Lader für Flinten und Kleinkaliber-Langwaffen mit Röhrenmagazin, mit denen sich über eine Kunststoffröhre eine komplette Magazinladung in Sekundenschnelle nachfüllen läßt.

Sprengöl
Sprengöl ist die veraltete, deutsche Bezeichnung für Nitroglyzerin, welches auch heute noch als Bestandteil der rauchlosen Treibladungsmittel, den sogenannten NC- (für Nitrocellulose) Pulvern Verwendung findet.

Stainless
Die englische Bezeichnung für rostfrei oder richtiger rostträge setzt sich aus den Worten stain = (rost-)fleckig und less = ohne, weniger zusammen und wird außer in der Kombination mit Steel für rostträgen Stahl manchmal auch noch für nichtkorrosive Zünder benutzt.

Standvisier oder Standkimme
Im Gegensatz zum Klappvisier ist das Standvisier nicht umklappbar und als Kimme für die kürzeste Entfernung, neben einer oder mehreren Klappvisieren, fest auf der Büchse montiert. Manchmal werden auch starre Visierungen an Lang- und Kurzwaffen als Standkimme bezeichnet

Stecher
Stecher ist die umgangssprachliche Abkürzung für Stechschloß. Die beiden geläufigsten Arten des Stecherschlosses sind der deutsche Stecher mit zwei Abzugszungen oder der Rückstecher, bei dem das Abzugszüngel nach vorne gedrückt wird, um das Stechschloß zu spannen. Nach dem Spannen des Stecherschlosses, dem sogenannten Einstechen, sinkt der Abzugswiderstand von über 1.000 auf bis unter 10 Gramm ab.

Steinschloß
Das Steinschloß ist eine Schloß- beziehungsweise Zündungsart für Vorderladerwaffen, bei der die Zündung der Schwarzpulverladung über einen Feuerstein erfolgt, der den beim Aufschlag auf ein Gegenlager entstehenden Zündfunken über kleine Pulvermengen, die in der sogenannten Zündpfanne liegen, auf die eigentliche Pulverladung überträgt.

Sternkorn
Nicht mehr gebräuchliche Form des Sattelkorns mit mehreren Kornformen, die drehbar gelagert sind und so je nach Bedarf des Schützen zum Visieren in die Visierlinie gedreht werden können.

Stiftzündung
Stiftzündung ist die deutsche Bezeichnung für die Lefaucheux-Zündung, bei der die Zündung der Patrone durch einen Schlag auf den seitlich aus der Hülse herausragenden Stift erfolgt, der die Energie wiederum auf das innenliegende Zündhütchen überträgt.

Streckgrenze
Mit der Streckgrenze wird die maximale Dehnungsfähigkeit von Materialien beschrieben. Die Streckgrenze wird bei Materialprüfungen durch die Zerreißprüfung bestimmt. Als Streckgrenze gilt dabei der Punkt, an dem der zu prüfende Werkstoff ohne weitere Belastung zu fließen beginnt. Eine möglichst hohe Streckgrenze ist für alle Waffen-Werkstoffe und daraus gefertigten Bauteile wichtig, die dem Gasdruck ausgesetzt sind. Ein Stab mit 16 mm Durchmesser aus der in der Waffenherstellung häufig verwendeten Stahllegierung 42CrMo4, hat beispielsweise eine Streckgrenze von mindestens 900 N/mm2.

Streukreuze
Streukreuze werden kreuzförmige Kunststoffeinsätze genannt, die zur Ausdehnung der Schrotgarbe in den Patronen zwischen den Schrotkörnern plaziert werden. Diese Beeinflussung der Schrotstreuung wird eingesetzt, um bei Nahschüssen größere Trefferchancen zu haben, beziehungsweise auch um die etwaige Schrotkonzentration im Wildkörper zu reduzieren. Während Streu-Patronen mit 2 mm Schrotgröße nur zum sportlichen und jagdlichen Übungsschießen eingesetzt wird, kann Munition mit 2, 75 mm Schrotkugeln auch zur Jagd eingesetzt werden.

Stun Gun
Anglizistische Bezeichnung (to stun = betäuben) für nichttödliche (non lethal) Waffen. In der Hauptsache werden Elektroschock-Geräte als Stun Guns bezeichnet.

Support
Wörtlich aus dem englischen Übersetzt bedeutet Support Unterstützung, beschreibt aber als technischer Begriff eine Schraubvorrichtung mit einer Verstellmöglichkeit nach mehreren Seiten. In der Waffentechnik findet der Support hauptsächlich bei Montagen von Visiereinrichtungen Verwendung. Um möglichst den gesamten Verstellumfang der montierten Visiereinrichtung zu erhalten, oder waffenseitige Ablagen auszugleichen, wird mittels des Supports eine Ausrichtung der Montage vorgenommen.

System
Ungenaue, mehrdeutige Bezeichnung aus der Waffentechnik. Mit System wird sowohl das Verschlußgehäuse bei Büchsen, als auch die verwendete Verschlußart bei verriegelten Waffe bezeichnet.

Take down
Bezeichnung für eine Langwaffe, die mit wenig oder ganz ohne Werkzeug zum Zwecke des besseren Transports zerlegt werden kann. Diese Art der Büchsen stellt besondere Ansprüche an die Konstruktion und Ausführung, da weder Haltbarkeit noch Trefferleistung oder Treffpunktlage durch die Zerlegbarkeit negativ beeinträchtigt werden sollten.

Teilermaschinen
Automatische Vorrichtungen um bei Zielscheiben die Entfernung des Treffers zum Mittelpunkt der Scheibe schnell und präzise zu ermitteln. Beim Stechen oder Finalschießen in den Druckluftdisziplinen entscheidet die Nähe des Treffers zum Scheibenzentrum bei Ringgleichheit.

Tombak
Tombak ist mittlerweile das vornehmlich verwendete Material bei Mantelgeschossen aller Art. Diese Kupferlegierung mit 15 bis maximal 30% Zink und in seltenen Fällen bis zu 3% Zinn, hat sich als idealer Kompromiß zwischen Belastbarkeit bei der Geschoßbeschleunigung und Schonung des Laufprofils erwiesen. Die Tombakablagerungen im Lauf lassen sich mit amoniakhaltigen Reinigungsmitteln und in sehr hartnäckigen Fällen zusätzlich mit einer Bronzebürste entfernen.

Torpedoheck
Fachausdruck für ein kegel- oder konusförmiges Geschoßheck, das dem Geschoß einen geringeren Luftwiderstand verleiht und so eine höhere Geschwindigkeit auf weite Distanzen ermöglicht. Da Projektile mit einem Torpedoheck (engl. = Boattail) einen besseren ballistischen Koeffizienten, und damit eine größere Reichweite haben, werden sie immer häufiger nicht nur in militärischen- und sportlichen-, sondern auch bei jagdlichen Geschossen eingesetzt. Das Torpedoheck erleichtert darüber hinaus auch das zentrische Geschoßsetzen beim Wiederladen.

Treibspiegel
Hilfsmittel zur Abdichtung der Treibladung und/oder zur Geschoßführung. Bei Schrot- und Flintenlaufgeschoß-Munition werden Kunststoff- oder Pfilzpfropfen eingesetzt, die die Geschosse von der Treibladung trennen und ein direktes Einwirken der Pulverladung auf die Projektile verhindern sowie teilweise die Geschosse besser im Lauf zu führen und die Streuung der Schrotgarbe beeinflussen. Bei Kugelpatronen haben Treibspiegel eine lange Geschichte. Bei den Zündnadelgewehren von Dreyse (1841) und Chassepot (1866) diente eine Papierumwicklung um die Bleigeschosse einerseits als Treibspiegel, andererseits auch zur Aufnahme der Pulverladung. Heutzutage werden Treibspiegel bei Handfeuerwaffen dazu verwendet, aus großkalibrigen Waffen, Geschosse kleinerer Kaliber mit höherer Geschwindigkeit und Energie zu verfeuern. Bewährt haben sich beispielsweise zur Jagd mit Vorderladerwaffen Kurzwaffenhohlspitzgeschosse, die in Sabots genannte Treibspiegel verladen und deshalb mit höherer Energie verschossen werden können. Auf dem militärischen Sektor findet man heutzutage beispielsweise Geschosse mit Treibspiegel ab dem Kaliber .50 BMG aufwärts um aus schweren Waffen kleinere leichtere Geschosse mit höherer Durchschlagskraft zu verschießen. In den sogenannten Accelerator-Laborierungen wurden zur Jagd beispielsweise aus Patronen wie der .30-30 Winchester oder .30-06 Geschosse im Diameter .224“ mit einem Treibspiegel auf über 1.000 m/s beschleunigt. In Deutschland sind Laborierungen mit Treibspiegel in gezogenen Läufen verboten, da man befürchtet, jemand könnte eine Schußwaffe einsetzen ohne zuordnungsbare Laufspuren am Geschoß zu hinterlassen.

Triplex-Patrone
So bezeichnet man Patronen mit drei Geschossen in einer Hülse. Zur Erhöhung der Geschoßwirkung (multipler Treffer-Effekt) und/oder der Trefferwahrscheinlichkeit hat man schon des öfteren Versucht aus einer Patrone mehrere Geschosse abzufeuern. Neben einfachen Versionen, wie der Remington Multi-Ball-Patrone, die in .38 Special und .357 Magnum einfach mit je zwei Blei-Rundkugeln à 70 Grains/4, 5 Gramm geladen sind, gab es aufwendigere Varianten, bei denen die Geschosse durch einen Hohlboden in Form der Geschoßspitze im Lauf verbunden bleiben sollten. Durch das sogenannte Salvo-Squeeze-Bore-Prinzip sollten die Geschosse, durch Verfeuern in einem enger werdenden, glatten Lauf stärker beschleunigt und nach dem Verlassen der Mündung voneinander getrennt werden. In den siebziger Jahren versuchte Colt erfolglos dieses, ursprünglich für das Browning MG entwickelte System auf eine Handfeuerwaffe zu übertragen. Patronen mit Mehrfachgeschosse haben sich Aufgrund der schlechteren Schußpräzision nicht durchgesetzt.

Tromblon
Tromblon nennt man Vorderladerwaffen mit trichterförmiger Laufmündung, aus denen mehrere, zum Teil bis walnußgroße, scharfkantige Geschosse verfeuert wurden. Diese im englischen auch Blunderbuss genannten Waffen, von den man sich eine größere Streuwirkung versprach, wurden hauptsächlich auf Schiffen zur Abwehr von Enterungen verwendet.

Tschinke
Als Tschinke bezeichnet man Vorderladerbüchsen mit Radschloß die besonders leicht gearbeitet waren. Diese vornehmlich im 17. Jahrhundert angefertigten Waffen wurden vorzugsweise zur Jagd auf Niederwild, häufig von Damen geführt. Kunstvolle Verzierungen mit Elfenbein oder Perlmutt, sowie aufwendige Gravuren und häufig ein abgeknickter Kolbenhals sowie ein offenliegendes Schloß sind typische Merkmale von Tschinken.

Tromblon
Tromblon nennt man Vorderladerwaffen mit trichterförmiger Laufmündung, aus denen mehrere, zum Teil bis walnußgroße, scharfkantige Geschosse verfeuert wurden. Diese im Englischen auch Blunderbuss genannten Waffen, von denen man sich eine größere Streuwirkung versprach, wurden hauptsächlich auf Schiffen zur Abwehr von Enterungen verwendet.

Übergangskegel, Übergangskonus
Damit wird der Übergang vom Patronenlager in den gezogenen Laufteil bezeichnet. Die Konzentrizität des Übergangskegels ist enorm wichtig für die Präzision. Die Tiefe des Konus entscheidet, wie weit Geschosse aus der Hülse ragen dürfen, beziehungsweise wie weit Geschosse zur Verringerung des rotationslosen Geschoßwegs herausgesetzt werden müssen. Durch die das Geschoß überholenden Pulvergase sowie den üblichen Verbrennungsprozeß unterliegt der Übergangskegel einer hohen Erosionsbelastung. Bei Büchsen, deren Verschluß nicht im Lauf verriegelt, können bei Erosionsschäden am Übergangskonus, zur Beseitigung dieser präzisionsbeeinträchtigenden Beschädigung, das Patronenlager nachgeschnitten, das Laufende gekürzt und der Lauf tiefer in das System eingeschraubt werden. Bei Großwildbüchsen und IPSC-Pistolen hat man die Übergänge besonders weit in das Laufprofil (genannt Freebore) hineingeschnitten, um den Geschossen eine zusätzliche Beschleunigungsstrecke ohne, beziehungsweise mit reduzierter Reibung zu geben.

Umschalter
Innenliegende, mechanische Einrichtung an mehrläufigen Waffen mit Einabzug, bei dem durch den Rückstoß das Abzugssystem auf den jeweils anderen Lauf geschaltet wird.

Vorweite
Als vorweit bezeichnet man Läufe, die an der Mündung einen im Vergleich zum Standardmaß und/oder dem Rest des Laufprofils vergrößerten Durchmesser aufweisen. Ob als Fehler im Herstellungsprozeß oder durch unsachgemäße Reinigung hervorgerufen, hat eine Vorweite fast immer starke Auswirkungen auf die Präzision, weil gerade die Geschoßführung beim Verlassen des Laufes für die Konstanz des Abgangswinkels entscheidend ist.

Waidbesteck
Als Waidbesteck wird die Kombination aus Waidblatt und Jagdmesser bezeichnet. Häufig werden die beiden Messer des Waidbestecks zusammen in einer (Leder-)scheide getragen. Das Jagdmesser, das auch als Waidmesser, Nicker oder Knicker bezeichnet wird, hat meistens eine etwa 10 bis 15 cm lange feststehende oder feststellbare Klinge.

Waidblatt
Im Gegensatz zum Hirschfänger, der mit einer 30 bis 40 cm langen Klinge und starker Parierstange ausgestattet ist, hat das Waidblatt eine kürzere, sich zur Spitze verbreiternde Klinge. Das auch Standhauer genannte Messer dient als vielseitiges Werkzeug. Es soll sogar zum Abfangen von stärkerem Schalenwild dienen.

Waldläufer
Mit Waldläufer bezeichnet man eine spezielle Form des Drillings, wie er früher von der Firma Schmidt & Habermann konstruiert wurde. Die in zwei Modellen gefertigte Kipplaufwaffe wurde auch als Schienendrilling bezeichnet. Während das Modell M1 als Doppelflinte mit zentral darunter liegendem Kleinkaliberlauf und drei Schlossen ausgeführt war, hatte das Modell M2 einen Kugellauf im Zentralfeuerkaliber 5,6x35R und nur zwei Schlosse. Durch die Verbreitung von Einsteckläufen, mit denen dem Jäger im herkömmlichen Drilling neben dem Schrotlauf und dem Kugellauf in einem stärkeren Kaliber auch eine kleinkalibrige Kugelpatrone zur Verfügung steht, wurde der Waldläufer verdrängt. Zuletzt wurde diese Waffenart nur noch in der traditionsreichen Büchsenmacherstadt Ferlach in Österreich gefertigt.

Weaverschiene
Zivile Bezeichnung für die nach militärischem Standard MIL-STD-1913 (AR) und der amerikanischen Standardisierungsbehörde ANSI (American National Standard Institute) unter dem Namen Picatinny-Schiene genormte Prismenschiene zur Montage von Zieloptiken. Im Unterschied zur Picatinny-Schiene sind bei der Weaverschiene nicht die Position und Größe der als Längenanschlag dienenden Quernuten festgelegt. Da die Weaverschiene nicht den strengen Normen, wie die nach dem amerikanischen Arsenal Picatinny benannte Montageschiene unterliegt, kann es zu unerwünschten Toleranzen zwischen Weaverschienen und Weaverringen unterschiedlicher Hersteller kommen. Neben Militärgewehren, an denen Picatinnyschienen mittlerweile zur Montage des unterschiedlichsten Zubehörs verwendet wird, findet man dieses Schienenprofil auch vermehrt an den Verlängerungen von Pistolengriffstücken zur Montage von Weißlicht oder Lasern.

Wehrmanngewehr
Als Wehrmanngewehr oder Wehrmannbüchse bezeichnet man eine spezielle Ausführung des Mauser Infanterie-Gewehres Modell 98, die für das auch als Schützenpatrone bekannte Kaliber 8,15x46R eingerichtet ist. Diese besondere Ausführung der Militärwaffe, in dem schwächeren Kaliber und mit 74 cm Lauflänge und etwa 4,2 kg Gesamtgewicht, diente vornehmlich der militärischen Schießausbildung. Durch einen speziellen Stahllauf wurde mit der präzisen und im Vergleich zur damaligen Militärkaliber 8x57 rückstoßärmeren und günstigeren Patrone mit Bleigeschossen bis auf 300 Meter Entfernung geschossen. Bis zum Jahre 1943 wurden mit diesen Waffen auch schießsportliche Wettkämpfe bis hin zu deutschen Meisterschaften durchgeführt.

Weichlöten
Weichlöten schafft eine Verbindung zweier Metallteile mit einem Lot, das einen Schmelzpunkt oder -bereich unterhalb 450°C hat. Dadurch vermeidet man das Verziehen oder die metallurgische Veränderung des Werkstücks. Das Weichlöten wird in der Waffenfertigung zum Beispiel beim Verbinden der Läufe bei kombinierten Waffen mittels der sogenannten Laufbrille angewendet.

Weißfertig
Mit weißfertig wird der Zustand einer Waffe beschrieben, in dem sie voll funktionsfähig, aber noch in keiner Weise oberflächenbehandelt ist. In diesem Zustand finden meist die ersten Funktions- und Präzisionstests statt, um gegebenenfalls noch Mängel aufzudecken, bei deren Beseitigung die Oberflächenbeschichtung angegriffen werden müßte. Edle, handgefertigte Jagdwaffen werden häufig weißfertig ausgestellt, um dem Käufer individuelle Wünsche bezüglich Oberflächenbeschichtung, Gravur, etc., erfüllen zu können.

Wender
Wender ist die Bezeichnung für eine historische Handfeuerwaffe, aus der zwei Schüsse ohne zwischenzeitliches Nachladen hintereinander abgegeben werden können. Während die ältesten Bauarten als Vorderlader mit einem um 180 Grad drehbaren Lauf und zwei zentral angebrachten Schlossen ausgeführt waren, folgten später Konstruktionen mit einem Schloß, vor das die vertikal schwenkbaren Läufe gedreht werden konnten. Als einer der letzten echten Wender-Waffen kann die zu Beginn des 20. Jahrhunderts gefertigte, vierschüssige Bärpistole von Sauer & Sohn angesehen werden. Das Prinzip, eine schnellere Schußfolge durch mehrere Läufe bei einem Schloß zu realisieren, wurde von der berühmten Gatling-Gun bis in die heutige Zeit bei der vollautomatischen Dillon Mini-Gun (3.000 Schuß .308 Winchester pro Minute) beibehalten.

Wildcat
Mit aus dem Englischen übersetzt „Wildkatze“ bezeichnet man neue Patronenkreationen, die von Handladern durch Umformen aus Hülsen bestehender Kaliber umgeformt werden. Neben der einfachsten Form der Wildcats in Gestalt der sogenannten Improved (=verbesserten)-Patronen, bei denen die Hülse eines bestehenden Kalibers durch Abfeuern in einem veränderten Improved-Patronenlager, durch Verändern des Hülsenkonus und des Schulterwinkels, meist zur Vergrößerung des Hülsenvolumens feuergeformt werden, gibt es auch sehr aufwendige Umarbeiten, bei denen bestehenden Hülsen, neben Kürzen, Aufweiten oder Herunterkalibrieren des Geschoßmaßes, Hülsengürtel angelötet oder Auszieherrillen auf der Drehbank eingestochen werden. Die Maße der Wildcat-Kaliber sind nicht festgelegt und variieren dementsprechend häufig trotz gleicher Ausgangsbasis. Werden der Name und die Maße einer Wildcat-Patrone von ihrem Erfinder geschützt, spricht man von einer Proprietary (urheberrechtlich geschützten) Patrone. Erst die Festlegung der Maße in den Maßblättern der amerikanischen SAAMI und/oder der europäischen CIP und die fabrikmäßige Herstellung machen aus einer Wildcat- oder Proprietary eine Fabrikpatrone. Viele bekannte Kaliber, wie beispielsweise die 6mm PPC, 6mm BR oder .260 Remington erblickten als Wildcat das Licht der Welt, bevor sie internationale Verbreitung fanden.

Windbüchse
Windbüchsen sind die Vorläufer der modernen Druckluftwaffen. Ihre Entwicklung geht angeblich bis auf das Jahr 1560, durch einen Nürnberger Büchsenmacher zurück. Bei Windbüchsen wird, wie der Name schon vermuten läßt, das Geschoß durch Luft angetrieben. Die Luft wurde dazu zuvor in der Waffe, zumeist im Kolben komprimiert und eine bestimmte Menge über ein Ventil durch Betätigen des Abzugs freigegeben. Windbüchsen wurden nach Überlieferungen in Kalibern von 0,12“/3,05 mm bis 0,775“/19,7 mm gefertigt und zur Jagd, zum sportlichen Schießen und von den 1800er bis in die 1900er-Jahre sogar zu militärischen Zwecken eingesetzt.

Zimmerpatrone
Ursprünglich wurde eine Stahlpatrone mit gezogenem Laufanteil zum Verfeuern kleinerer Patronen in großkalibrigen Waffen als Zimmerpatrone bezeichnet. Diese von Franz von Dreyser als Trainingsgerät entwickelte Erfindung ist heutzutage eher als Einsteckpatrone bekannt. Als Zimmerpatrone wird heute eine spezielle Laborierung im Kaliber .22 lfB bezeichnet, bei der ein leichteres Geschoß nur durch den Zündsatz angetrieben wird. Dadurch wird die Durchschlagskraft und der Schußknall erheblich reduziert.

Zimmerstutzen
Als Zimmerstutzen bezeichnet man Sportgewehre, die für die nicht mehr sehr verbreitete Art des Scheibenschießens auf 15 m Distanz in Raumschießanlagen verwendet werden. Die leichten Hinterladerbüchsen waren hauptsächlich mit einfachen Blockverschlüssen ausgestattet. Als Munition wurden mit Knochenöl gefettete Bleirundkugeln mit einem Durchmesser von 4,3 mm (Nr.7) bis 4,75 mm (Nr. 16), je nach Laufdurchmesser verwendet, die ohne weitere Treibladungsmittel auf ein 4 mm Randfeuer-Zündhütchen gesetzt wurden. Heutzutage hat das Luftgewehr-Schießen nach den internationalen Regeln der ISSF (International Shooting Sport Federation) das noch vom Deutschen Schützenbund (DSB) angebotene Zimmerstutzenschießen verdrängt.

Zoll
Das Zoll ist ein praktisch nur im englischem Sprachraum verbreitetes Längenmaß. Dort wird es als Inch bezeichnet. Ein Inch entspricht 25,4 mm.

Zugdurchmesser
Damit wird der größte Abstand zwischen den gegenüberliegenden Vertiefungen (Zügen) des Laufprofils angegeben. Dieses Maß dient im zivilen Bereich als Kaliberangabe und als nominelles Maß für den zu verwendenden Geschoßdiameter (z.B. .308 Winchester = 7,82 mm Geschoßdurchmesser). Militärisch wird meistens der Felddurchmesser, also der größte Abstand zwischen den gegenüberliegenden Erhöhungen (Feldern) des Laufprofils angegeben (z.B. .308 Winchester = Kaliber 7,62 mm). Der maximal zulässige Zugdurchmesser eines Kalibers ist in der Maßtafel für Handfeuerwaffen und Munition angegeben, die seit dem 10. 01. 2000 die Anlage III des Waffengesetzes ersetzt.

Zündglocke
Teil der Hülse von Zentralfeuermunition, welches das Zündhütchen aufnimmt. Bei der Boxerzündung ist das zur Zündung notwendige Gegenlager (Amboß) ein Teil des Zündhütchens, wodurch die Zündglocke einfach zylindrisch mit zentralem Zündloch gestaltet ist. Bei der Berdanzündung ist dieser Amboß Teil, der dann aufwendiger gestalteten Zündglocke, die dann auch mindestens zwei Zündbohrungen zum Pulverraum der Hülse hat. Wiederlader bevorzugen eindeutig die Boxerzündung, wegen des einfacher zu entfernenden abgeschossenen Zündhütchens. Neben den beiden meist verbreiteten Zündglockendurchmessern Small (klein) 4,45 mm und Large (groß) 5,33 mm unterscheiden sich die Tiefen der Zündglocken oft auch noch nach der vorgesehenen Verwendung mit Kurz(Pistol)- oder Langwaffen (Rifle)-Zündhütchen.

Zündnadelgewehr
Das Zündnadelgewehr war die erste militärische Langwaffe, die mit einer Patrone von hinten, und damit wesentlich schneller als alle bis dahin bekannten Systeme geladen werden konnten. Diese Erfindung von Johann Nikolaus von Dreyse wurde 1841 bei der preußischen Armee eingeführt. Die daraus verschossenen Einheitspatronen wurden bereits 1827 entwickelt und bestanden aus einem Bleigeschoß, einem Treibspiegel, der Treibladung und einer Zündpille, die allesamt von einer Papierumwicklung zusammengehalten wurden. Die in einer Art Zylinderverschluß untergebrachte Zündnadel drang zum Abfeuern der Patrone durch die Papierhülle dann zur Zündpille vor.



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